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ohne Beziehung auf die Weite des Bogens, zu fünf Fufs 'an, wie ich bey der aus dreyhölzernen 124 weiten Bögen bey München 1812 erbauten Brüche gethan habe. Die-ses wären also Pfeiler zu Bögen von 50 bis ÖO, oder von ÖO bis 72 Schuh Spann-weite, nämlich wenn die pfeiler nicht als Widerlager dienen sollten. Bey kleinenFlüssen, die nicht einen heftigen Eisgang führen, mag man die Dicke der Brücken-pfeiler bis zu drey Schuh verringern, und darauf Bögen von 24 schuh weite setzen;im Fall die pfeiler als Widerlager dienen, soll man die Bogen um die Hälfte verklei-nern ; ohne Noth wird indessen der Ingenieur niemals so kleine Brückenbögen wählen.
Bey diesen Bestimmungen setze ich voraus: dafs man die pfeiler aus hartengrofsen Werkstücken erbaue, oder wenigstens ihren Umfang daraus bestehen lasse,so, dafs aus dem Mauerwerk nicht einzelne Steine herausgestofsen werden können;dafs man ferner die Vorpfeiler vorne nach einem Halbkreise abrundet, und an ihremVorkopf, in Eisschollen führenden Flüssen, eine Eisschiene anbringt. Da, wo nichtgrofse Werkstücke zu haben sind, verbinde man die äussern steinschichten unter-einander mit steinernen Dollen oder mit in siedendes Bley eingelassenen eisernenKlammern.
Mancher wird zwar die Foderung machen : diese über die pfeilerdicke gege-benen Regeln, durch eine Berechnung, über den Angriff der Eisschollen, zu begründen,aber wer die Eisgänge und das Aufthürmen des Eises gesehen hat, wird leicht ein-sehen, dafs zur Beantwortung: immer wichtige Daten fehlen werden; man daher nurder Erfahrung folgen müsse, und dafs der von der Last der Gewölbe ausgeübte Druckden Widerstand eines Pfeilers , wenn er den Eisschollen nicht grofse Angriffs - Flächendarbietet, dergestalt verstärkt, so dafs dessen Umsturz unmöglich ist. In dieser Rück-sicht sind alsp die pfeiler der steinernen Brücken den Stofs der Eisschollen wenigerals die der hölzernen ausgesetzt. Wir dürfen jedoch die stärke der Pfeiler nicht al-lein des den Eisschollen oder dem Strom entgegen zu setzenden Widerstandes wegenso grofs machen, sondern nach der Grofse der darauf ruhenden Last betrachten.Zieht man die Erfahrung, so wie die befsten in Frankreich ausgeführten Brückenund die über die Festigkeit der steine, aus denen man die Brückengewölbe undPfeiler erbaut, angestellten Versuche und die Meinung Perronets zu Rathe: so ergiebtsich, wie gesagt, die Regel, dafs man die Dicke aller solcher Brückenpfeiler, welche
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nicht einzeln zu Widerlagern dienen sollen, mit der gröfsten Sicherheit zu derBogenöffnung annehmen könne, so lange die Höhe des Pfeilers (die seiner Umgebungmitgerechnet) nicht 10 Schuh übersteigt, dann dieselbe aber, auf jedem schuh zuneh-mender Höhe des Pfeilers, um drey zoll verstärke, so dafs ein 20' hoher Pfeiler, bey einerBrücke von 120' Bogenweite, die Dicke von 12' 6 " erhält, welche sich demnach zurBogenweite wie 1 : Q , 6 verhält. Perronet sagt in der Beschreibung der Brücke vonNeuilly (pag. 3 ): dafs man die stärke ihrer pfeiler zu zehn schuh hätte annehmenkönnen, wiewohl sie zu den dünnsten gehören: denn ihre Dicke von dreyzehn Schuh