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Regeln, bey Bestimmung der Widerlager, verfahren habe. Gauthey, welcher überdie Tragkraft der Steine Versuche anstellte *) , dann souflot , Erbauer der Kirche Ge-neriere zu Paris und rerronet haben über diesen Gegenstand zuerst einiges nicht verbreitet.
Dafs man ehedem auf die natürliche stärke der steine in der Baukunde garnicht Rücksicht genommen, die Dicke der pfeiler und Stützmauern blos nach demGeschmack der Decoration anordnete, beweisen auch mehrere Gebäude. So kommennach der Berechnung von nondelet in seinem Traite de Part de batir Tom. 5. p. 14»auf den Quadratfufs Fläche an Ffunden a ) bey den Pfeilern der Peterskirche zu Rom 35254; ü) bey den Pfeilern der Paulskirche zu nondon 41713; c) bey der Kirche derInvaliden zu Paris 3182Ö; d) bey dem Pantheon Ö3440; e) bey den Säulen der Ba-silica st. paul ausser den Mauern Roms 429500 Pfund. Nach den Versuchen perronets(p. 282 seiner Oeuvres) trug der Stein **) von einem Quadratschuh Grundfläche undzwey zoll Höhe 2Ö4500 pfund ehe er brach, welche Last eine einen Schuh dickenund 1508 Schuh hohe Säule erfordern würde. Dieser Schriftsteller bemerkt ferner:dafs ein Quadratschuh Grundfläche der pfeiler von dieser Brücke eine Last von 200Centner trägt, folglich die Pfeiler bey weitem zu stark gemacht worden sind. DerWiderstand des Steins verhält sich also hier zur Last beyläufig wie 12 zu 1. Von den zurBrücke von Maixence gebrauchten Stein trug ein 2" hohes und l zoll dickes Stück7350 Pfund, so dafs für den Quadratschuh ein Widerstand von 2Ö4Ö00 Pfund ent-steht, und der Druck gegen den schlufsstein war 31817 pfund. Also sind auch beydieser Brücke die pfeiler noch zu stark, um blos die darauf ruhenden Lasten zu tra-gen. Ihre Dicke verhält sich zur Bogenöffnung wie 1 : 10, Ö7, so dafs sie zu denwenig breitesten pfeffern gehören, die die Brückenbaukunde aufzuweisen hat.
38 Q. Aus den angeführten Beyspielen und der Erfahrung sehen wir bereits,dafs das Gewicht der gröfsten Halbbögen unserer Brücken nicht im Stande sey, diefesten Steine eines Pfeilers zu zermalmen. Auch kömmt es bey weitem nicht derje-nigen von hohen Kirchthürmen gleich; dennoch bemerken wir, dafs die Unterlager häufignur aus einem wenig festen Nagelflue, aus Ziegeln, Kalch - und Tufsteinen bestehen.Da aber eine steinerne Brücke für Jahrtausende erbaut worden sollte, so mufs der
*) Gauthey hat diese Versuche 1774 in dem Journal de Physique par Rozitr behannt gemacht. DieDiscussionen über das Tragvermögen der Materialien sind zuerst von Patte , bey der Kirche vonGenevieve , veranlafst und Gauthey in seinem Memoire sur l’application des principes de la meca-nique a ]a construction des Voutes 1771 und Souflet haben darüber interessante Abhandlungengeschrieben, die aber nur für die Civil - Architektur sich eignen. Der erstere fand durch seineVersuche: dafs der Schuh des Steins von Givry 603552 Pfund trug, so dafs man eine Säule von4020 Höhe und 144 Quadratzoll Grundfläche hätte errichten können, um den untersten Stein zumbrechen zu bringen.
**) ,R r w ar aus den Brüchen von Saillancourt genommen, diente zum Bau der Brücke von Neuilly ,und der Gubikschuh wog 153 Pfund; der Versuch wurde mit einem Stück voa einen Zoll Höheund vier Quadratzoll Grundfläche gemacht.