Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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Ingenieur die Festigkeit der steine prüfen und was hierüber vorgetragen ist, bey Be-stimmung der pfeiler - Dicke, berücksichtigen, um nach Erfordernifs die Last auf einegröfsere Fläche zu vertheilen. Man wird also (abgesehen von der Hohe des pfeilers,welche 10 Schuh übertrifft) die Dicke der pfeiler zu bis £■ der Bogenweite machen,wenn die Pfeiler nicht als Widerlager dienen sollen; eine Kegel, die ich vollständigdurch die angeführten Erfahrungen und durch die Tragkraft der Steine begründethabe, da man zu den Pfeilern stets solche feste steine wählen mufs, welche vomFrost nicht schaden leiden, sich im Wasser nicht auflösen, und von denen durchEisschollen und Treibholz nicht Stücke abgestofsen werden können.

Dafs man sonst bey Festsetzung der pfeilerdicke willkührlich verfahren habe,beweifst auch die zur Seite 484 gehörige Tabelle, und es verdient bemerkt zu wer-den, dafs diejenigen Ingenieurs, welche weite Bögen construirten , in die Nothwendig-keit versetzt waren, die Brückenpfeiler schmäler als ihre Vorgänger gethan, zu ma-chen, weil sonst ungeheuer dicke Pfeiler entstanden wären, womit man den Lauf derFlüsse ganz gesperrt hätte. Wiewohl diese Pfeiler, wenn sie als Widerlager betrach-tet werden, nur eine Dicke von J der Bögen betragen darf, so verhält sich dochjene zu dieser: bey der Engelsbrücke zu nom wie i zu 2 , 4; von verrato zu itomwie 1 : 3 , i ; von Regensburg wie 1:2,5, von der Londonbrücke zu London wie 1:2,3; von der römischen Brücke zu Rimini wie 1:2; von der zu Dresden wie 1:2,4; von der zu Cremera wie 1:2,9; von der Brücke Marche - ralu zuParis wie 1 : 2. Wir sehen daher, dafs man diese Stärke übertrieben hat; ja , diepfeiler dieser Brücken sind dann noch zu dick, wenn man sie blos als Widerlagerberücksichtiget: so verhalten sich z. b. die Widerlager grofser Bogen zu den Bogen-öffnungen bey den Brücken von mantes, verona , der Tuillerien , von vont-iAeu ,iierault, saumur, xrilport, maixence und Neuilly wie 1 : 4, die pfeiler von Tourswelche jetzt noch als Widerlager dienen wie l : 5; bey den Brücken von Orleans die Widerlager zu ihren Bögen wie 1:4,2; Von Compiegne 1:3,5; von Gignacl:4, 4 und beym gröfsten Bogen in der weit (bey dem von vieille - Brioude )Wie 1:3,8.

Allerdings kömmt der Umstand in Betracht zu ziehen,» dafs diejenigen pfeilerdie als Widerlager dienen, isolirt stehen, die Widerlager der Brücken aber an festesErdreich angelehnt sind, dagegen aber nicht (wie die Pfeiler) aus Werkstücken zu-sammen gesetzt sind. Wiewohl nur bey den Pfeilern der westminster - Brücke sichdie Dicke zur Oelfnung der Bögen wie 1:4, verhielt, so trugen dennoch zweyderselben die Gewölbe, als zwey andere Pfeiler schadhaft waren. Dabey verdientaber bemerkt zu werden : dafs der Erbauer, die Bögen bis zur Gründung des pfei-lers hat hinabgehen lassen, wodurch also ihr Seitendruck fast ganz aufgehoben war.Bey solchen Pfeilern also, die einem zu f der oeffnung gedruckten Korbbogen oderunter f der Bogen weite flache Kreisstücke bilden, würde ich die pfeilerdicke J der Bogen-

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