Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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Nach den bey München angestellten Versuchen hat sich die Allgemeinheit dieserBeobachtung nicht bestätigt, da von der härtesten Sandsteingattung einige Prismaten inverticale schnitte, andere aber in Pyramiden und auch in unregelmäfsige Körper bil-dende Theile sich spalteten. Meistens wurden die Steine so zusammengeprefst, dafsvor dem gänzlichen zu Staub zermalmen, Pyramiden entstanden, die gewöhnlich ihreGrundfläche auf der untern und ihre spitze an der obern Fläche hatten ; manchmal trataber auch der umgekehrte Fall ein; nur selten hatten die Pyramiden ihren Scheitel inder Mitte.

Die Art, wie die Steine bey den Versuchen bemerkliche Sprünge erhalten, mufseben so berücksichtiget werden: denn,* wie schon oben angeführt wurde, so spaltensich oft harte Steine früher als weiche, wenn die Last, wie es bey allen Gebäudenist, nicht auf die ganze Fläche gleichheitlich vertheilt wird. Alle die den versuchen un-terworfenen steine erhielten vor ihrem gänzlichen Brechen und vor ihrer vollen Be-lastung, leichte Sprünge. Wenn man, wie dies bey den meisten für die Münchner Brücke angestellten Versuchen geschah , die steine unter dieser Last einige Tage liegenliefs, so brachen dieselben unter einem viel unbedeutenderem Gewicht. Da man je-doch bey der Ausführung eines grofsen Werkes die steine nie so genau als für 4 ein-zelne Versuche behauen, daher die Fläche nicht so gleichmäfsig die Last tragen kann »auch selbst der Zeitraum von Jahrhunderten die Cohäsion der Theile eines jeden Steinsbey der stets erneuerten Wirkung der schwere, immer mehr aufzulösen strebt, sowürde es immer sehr gewagt seyn, steine mit solchen Lasten , wie sie uns die ver-suche angeben, zu beschweren, obgleich wieder in Betracht zu ziehen ist, dafs grofsesteinmassen dadurch, dafs sie an Zusammenhang gewinnen, in einem gröfsern verhält-nifs, als den der Fläche, an Tragkraft zunehmen. Dieser Fall tritt besonders beyden porösen Tufsteinen ein ; diese Bemerkung wird auch durch Beobachtungen bestä-tiget: denselben gemäfs zeigen sich immer an der äufsern Fläche zuerst Sprünge, be.vor sie sich unter einer grofsen Last, nach der Mitte des Steins zu, verlängern. Esscheint hieraus hervorzugehn, dafs die Tragkraft der Steine in der Art zunehmenmüsse, als der kubische Inhalt im Verhältnifs mit der äufsern Fläche gröfser werde,und dieses ist auch ziemlich durch die angestellten versuche bestätigt worden. Soführt Gauthey deren in seinem iraite des ponts S. 2Q7. einige an. Es wurden mitWürfel von 5 Centimeter Länge und auch mit senkrecht gestellten Prismen, derenGrundfläche diesen Würfeln gleich war, folgende Versuche angestellt :

Erster versuch mit einemsehr harten Stein, dessen specifische schwere 2,388 betrug.

a) Ein Würfel wurde zerbrochen mit. 8851 1 3

b) Zwey Stücke, jedes zur halbeu Hohe des Würfels mit 54H / g 3

c) Drey stücke, jedes zu f Hohe des Würfels . . . 4780* &