wählt werden , wenn man ihre Dicke ein viertheil der Bogenöffnung macht, 2umalwenn dieselben an festes Erdreich angelelmt sind.
Späterhin werden wir aus dem Auszuge der vorzüglichsten Theorien über dieBrückengewölbe sehen, wie einige Schriftsteller die Stärke der Widerlager zu berech-nen gesucht haben; da ihre Berechnungen aber von der Erfahrung sehr bedeutendabweichen, so wollen wir uns an diese letzte halten. So findet z. b. oauthey in sei-nem rraite des ponts p. 325 , nach der darin aufgenommenen Theorie von Boistard,dafs, wenn die weite des Bogens 20 metres , die stärke des Gewölbes am Gipfel oderdie Länge des Schlufssteins l metre ist, und der obere Theil des Gewölbes eine hori-zontale Oberfläche habe; beym Halbzirkel die Dicke des Widerlagers 0,45; beym zuf gedruckten Korbgewölbe 0,66 ; beym zu f gedruckten Gewölbe der Art 0,82 me-tres, und bey einem Kreisstück von 66, 66? Graden (auf ein 5 metrss hohes vornesenkrechtes Widerlager gestellt) 2,Q5 metres betragen könne, und dafs die Bruphpunktedes Gewölbes, bey dem ersten Gewölbe unter dem 30. Grad, bey dem 2ten unter dem50sten und bey dem dritten unter dem ÖOten bey dem lezten unter 0 Grade statt finden.
Wenn man jedoch den Umstand berücksichtiget, l) dafs die gröfsere Verstär-kung eines Widerlagers durch stiizmauern keine bedeutende Auslage veruracht, 2) das-selbe nicht von grofsen und festen Werkstücken , wie bey den Pfeilern, aufgeführtwerden könne , und 3) die geringste Abweichung von seinem Stande eins Deformationdes Bogens hervorbringen, ja dessen Einsturz bewirken kann , so wird die Vorsicht,vorzüglich bey flachen Bogen, entweder eine gröfsere Stärke als f der Bogenweite,oder bey diesem'Verhältnifs, Strebepfeiler anrathen, und ich habe bey der Brücke vonMünchen , ungeachtet der Gewölbbogen bis zur Fundation hinabgeht, auch oberhalbden Schenkeln die Bögen um das doppelte verstärkt, wiewohl sie nur QÖ schuh weitsind, und die Widerlager 30 Schuh dick gemacht, weil von der eingestürzten BrückeZiegelsteine im Ueberflufs vorhanden waren , folglich die Verstärkung wenig kostet,so dafs dafs diese Dicke der Widerlager sich zur Bogenöffnung wie 1 zu 3, 2 ver-hält. Wenn die Seitenbögen bis zur Fundation hinabgellen, oder das Widerlagerdurch Strebepfeiler und Strebebögen verstärkt werden, so würde ich auch bey denflachen sögen immer das Verhältnifs wie 1 : 4 bestimmen.
Auch ist die Verlängerung des Widerlagers in der Richtung des Brückenweges,also die Vergröfserung seiner Dicke , der Auffahrten wegen fast immer nothwendig::denn man mufs diese mit Mauern unterstützen und sie gegen den Absturz sichern.Das zweckmäßigste verfahren, wenn der Raum hinter den Widerlagern es zuläfst,besteht also darin die Dicke der Widerlager f von der Bogenöffnung zu machen,rückwärts gegen dasselbe aber Strebepfeiler aufzuführen und diese gegen das Wider-lager mit einem Gewölbe zu verbinden. Das letztere dient dem Widerlager zur Ver-stärkung , und die erstem verhindern das Nachsinken der Füllmasse , die man zwi-schen diese Stützmauern der Auffahrten ein wirft. Wie diese Methode sehr zwecluna-