Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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den Lage der Gevvö!bslelne abgeht , auszuhalten hat, während der BOgen sich setzt,und zwar in dem Verhältnifs, als der Bogen weniger oder stärker gedruckt ist. Dar-über sind bis jetzt eben so viele Hypothesen, als Schriftsteller über den Brückenbauvorhanden; ralladio, Älberti , serlio und Gauthier haben -~s bis ^ der Bogenöffnungzur Hohe des Schlufssteins angenommen , und zwar je nach der Härte der Steine undder Weite des Bogens; mffrand in seiner Architectur giebt dem Schlufstein eine nochgröfäere Höhe. Perronet giebt, p.~Ö25. seines Werks, folgende Regel: „ Man gebeder Hohe des Schlufssteins der Bogenöffnungund dieses Verhältnifs findet beyder Brücke von Neuilii und bey mehrern neuen Brücken statt; dasselbe habe ichauch bey der Brücke von München (Tab. 133.) gewählt. Bey kleinen Brücken von3Ö bis 72 Fufs Bogenweite füge man, nach perronet, noch 12 zoll hinzu und ziehe«1 er oeffnung ab, so dafs also des schlufssteins Hohe, bey 3Ö Fufs Bogenweite,27 zoll, und bey 72 Fufs, 42 Zoll betragen wird, anstatt sie nach der vorigen Regelnur 3Ö Zoll ausmacht. Man sieht offenbar, dafs Perronet defswegen die Gewölbsteinekleiner oeffhungen verh'ällnifsmäfsig gröfser bestimmte , als bey grofsen oeffnungen ,weil nach dem obigen Verhältnisse (wie 1 : 24) die Gewölbsteine kleiner Bogen sehrgeringe ausfallen würden; und in dieser Rücksicht als in ästhetischer wird es nichträthlich seyn , die Hohe des Schlufssteins bey den kleinsten oeffnungen geringer als20 zoll zu machen. Aber bey sehr grofsen oeffnungen wird das verhältnifs wie l : 24noch zu bedeutend seyn, indem die steine zu grofs würden, oder man müfste meh-rere Gewölbsteine aufeinander setzen. Deswegen hat auch wohl Perronet, bey einemBogen von 500 Schuh Weite, die nöhe des schlufssteins zur oeffnung wie 1 : 75 an-genommen; mehrere ähnliche Beyspiele werde ich unten anführen.

Sind die Steine vollkommen hart, so ist das Verhältnifs von 1 : 24, wie wirauch aus der Erfahrung sehen, überflüssig grofs, und ich würde es so, auf diesegestützt, bis zu einer Bogenweite von 140' bestehen lassen; in Hinsicht, dafs man sogrofse steine als dasselbe bey grofsen Bogenweiten erfordert, nicht bekommen kann, ver-ringere man dasselbe, deswegen habe ich es bey dem Entwurf derBrücke von vlm (t. 130.)wie 1 zu 30 angenommen. Wo man indessen auch hiezu nicht Steine von hinrei-chender Gröfse erhalten kann, mufs man zwey Gewölbe übereinander setzen. So hatman z. B. bey der Brüche von Vieille-Brioude , über den Allierflufs (Tab. 132.) undbey mehrern Brücken verfahren. Die Erbauer dieser Brücke, Grenier und e stone,gebrauchten zur untern Lage Sandsteine und zur obern Lage Tufsteine. Jede Reiheder Gewölbsteine hat zwey Schuh zur Hohe , so dafs sich die Hohe des Schlufssteinszur Bogenweite wie 1 : 42 verhält. Also haben wir bey diesem gröfsten gewölbtenBogen ein weit geringeres verhältnifs, als dasjenige von 1 ? 24. So verhält sichauch die obere Dicke der 134 schuh weiten Kuppel des Pantheons zu Rom , zurWeite wie 1 : 33 , 5 und diese Weite betragt 134 Fufs. Merkwürdig ist, dafs dieseKuppel l|- Fufs überwölbt ist , das heifst, die Höhe dieses Gewölbes beträgt lf schuh