Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
Seite
647
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■wirkt, verhält sich, wie allgemein bekannt, zur Kraft, mit der er auf eine Seitesenkrecht drückt, wie die ganze Breite des Keils zu einer seiner seiten; oder diehalbe Kraft, die auf den Keil nach seiner Hohe wirkt, verhält sich zur Kraft, mitder er auf eine Seite senkrecht drückt, wie die halbe Breite des Keils zu seinerSeite. Da nun die vom Apfaltern angeführte Proportion des Keils unrichtig, soerhellet, dafs die radiale Kraft nicht aufser Rechnung bleiben darf, und daher dieauf eine falsche Supposition gebaueten Formeln fehlerhaft sind. Auch die auf ket-tenlinige Gewölbe am Ende der Apfaltern’schen Abhandlung angewandten Berechnungender Widerlager sind fehlerhaft) indem ein Fehler anderer Art dabey sich einschlich.Es wurde nämlich der Druck des Gewölbes nach der Richtung der schwere = plang, w für -den auf die Endfuge des Gewölbes perpendiculären Seitendruck ange-nommen, da doch dieser = p ist (siehe S. 639.); und der vom Apfaltern gefundene

cos. w

horizontale Druck ist = p sin. w , da dieser doch unveränderlich “ p ist, wie schonder Natur und Theorie der Kettengewölbe zuin Grunde liegt. Unrichtig ist daherseine auf falsche Berechnung gegründete Behauptung, dafs die Widerlager der Iletten-gewölbe weit stärker seyn müssen, als die der elliptischen Gewölbe, die mit jenensonst gleiche Dimensionen haben. Die von Kondelet mit Modellen beyder Gewölb-arten angestellten und in seiner „art de hätir” beschriebenen Versuche beweisen ge-rade das Gegentheil der Apfaltern sehen Behauptung, Eben so wenig richtig ist Bos-sut’s Resultat, dafs Kettengewölbe mehr Seitendruck als Halbzirkelgewölbe äussern,wie dies mit Recht auch Berard rügt.

Rondelet baute seine im Jahre 1808 im III. Tom. seiner Art de bätir bekanntgemachte Gewölbtheorie auf Experimente, die er mit Gewölbmodellen anstellte. Erumfafste alle Arten von Gewölben, und suchte für seine vielseitig begründete Theorieeine allgemeine üeberzeugung zu bewirken. Er betrachtet Anfangs ein Gewölb ausgleich grofsen oewölbsteinen ohne Bindungsmittel zusammengesetzt, und deren Fugen-flächen wohl polirt. Fig. 3Q. stellt das halbe profil eines gleich dicken, aus 9 Theilenbestehenden Halbzirkel ge wölbes dar. Von dieser Art ist das erste seiner Modelle,die er aus festem Kalchstein zu Versuchen fertigen liefs. Nach Erfahrungen, die ermit Kalkstein •• Farallelepipeden von gleicher Qualität und ungefähr 2 pfund Schwereanstellte, fängt ein solcher mit seiner wohl polirten Seite auf die schiefe und ebenso polirte Fläche eines zweyten Kalksteines gelegter stein in der Regel erst dann zurutschen an, wenn diese Fläche des untern Steins mit dem Horizont etwas mehr alseinen Winkel von 30 Graden macht, so dafs die Reibung beynahe die Hälfte des vonder Schwere des obern Steines auf die stützende Fläche perpendiculär bewirkten Dru-ckes ausmacht, und eine um 30 Grad geneigte Ebene, auf welcher nämlieh ein sol-cher stein gerade noch sich in Ruhe erhält, in Hinsicht auf diese Ruhe als eine ho-rizontale Ebene betrachtet werden kann. Da nun die untern Seiten der 2 Gewölb-