Elache ein, welche die Brücke schwerfällig macht, so lasse man den Brückenpfeilerbis zum Trottoir hinauf gehen, und bringe darüber Sitze an, wie bey den Brückenvon Madrid, Westroinster, Dresden und Mühldorf geschehen ist. 4) Diese Unterbre-chung solcher zu grofse Aeufsern - Flachen kann auch durch kleine über die pfeiierangebrachten Gewölbe, davon wenigstens die Weite der halben Breite des pfeilers gleichseyn sollte, und die das Doppelte zur Höhe haben mag, und durch einen Halbhegel,wie bey der Brücke von München , bewirkt werden; die Brücke Fabricius zuKom, und die Karlsbrücke zu Nürnberg geben über solche oeffnungen Beyspiele.
5) Die grofsen Seitenflächen, zwischen zwo Bogen, kann man auch mit einem Basre-lief von Bronze, unterbrechen, welches Züge aus der Nationalgeschichte dars'telleri mag.
6) Auf den Brücken, Statuen zu setzen, wird nur dann räthlic.h: wenn man die vor-pfeiler bis zum pflaster hinauf gehen läfst, um sie darauf zu stellen; statt dessen istes aber besser , dieselben auf einem grofsen mit Gebäuden umgebenen platz , auf demdie Brücke ausläuft, zu errichten, weil sich Statuen niemals in freyer Luft, d. i.ohne eine Umgebung oder einen Hintergrund, so schön als mit demselben ausnehmen.
7) Die offenen Gewölbe oder^Durcbgänge., wenn sie bey nahe doppelt so hoch als weit
sind, werden auch in den Widerlagern angebracht; sie unterbrechen dann die grofseMauermasse auf eine dem Auge angenehme Art, und geben der Brücke ein leichteresAnsehen; überdiefs dienen sie zur Erleichterung der Cominunication, längs den Ufern;ein Beyspiel giebt die Münchner -Brücke Fig. 3. xab. 133. 8) Auch die Umgebungen
der Brücken suche man durch grofse und zum Nutzen des Publikums abzweckendeund geschmackvoll decorirte Plätze durch grofse und in reinem styl aufge'führtenGebäude, oder durch Anpflanzungen, zu verschönern. Denn in der That wird derGeschmack eines Volkes nicht bestimmter ausgesprochen, als bey solchen öffentlichenWerken 1 Es kann daher das Kleinliche und die Gleichgültigkeit an schönen Anlagennicht besser erkannt werden, als wenn man auf eine grofse und schöne Brücke, ausengen Gassen tritt , die schmutzigsten, abgeschmacktesten Umgebungen zu übersehen,genöthiget ist, den staub und Gestank, welchen eine schlechte polizey gestattet, em-pfinden mufs. 9 ) Besonders sollte man in der Nähe der Brücke einen solchen Platzanlegen, wo der Landmann und Bürger viele Waaren findet; er sey mit Geschmackdecorirt, oder bilde einen öffentlichen Spatziergang.. 10) Brücken mit breiten undbequemen Trottoirs werden allemal häufig vom Publikum besucht, *) weil man dar-auf im Sommer eine kühle und gesunde Luft einathmet, und von denselben gewöhn-lich die schönste Aussicht, auf den Flufs und seine Ufer hat; also versäume es derIngenieur nicht: in der Nähe der Stadt, die Breite der Brücken möglichst grofs, unddie Anlage der Seitengehwege, möglichst bequem zu machen, dem Brücken-Pflasteraber weder eine zu grofse Wölbung, noch einen zu grofsen Abhang zu geben.
*) Die Breite <ler Trottoirs, bey grofsen steinernen Brücken, sollte wenigstens sechs Schuh betragen;bey mittlern Brucken 48 > und bey kleinen 50 .Zoll,