ÖQ.T.
der Nähe' des schlufssteins stehenden Gewölbsleinlagen hdkizonta]; wie bey der BrücheRoyal zu Paris, Orleans, Neuilly, Mantes , und fast bey allen Brücken unsrer zeit geschehenist. Auch bereits die Römer haben zuweilen diese wölbungsart ausgeführt; darnachsind z. B. die Arcaden des collisäums gemacht worden:! Die Franzosen bezeichnendieselbe mit voute extradossee de niveau, welches wir durch Horizontal oben aus-laufendes Gewölbe, übersetzen können. Man hat dieser Wölbungsart, insbesonderewenn die oben horizontal behauenen Gewölhsteine sich weit vom sehlufsstein ent-fernen , den Vorwurf machen wollen, dafs dadurch ein zu grofser Druck gerade aufdie schwächsten Theile des Gewölbes statt finde; aber man erwog, dabey nicht l) daGsselbst die oben horizontal auslaufenden verläiigerungs - Gewölbstücke auch die Fort-setzug des Gewölbes ausmachen; 2) dafs die Ausrüstung des Bogens schon alsdanngeschieht, wenn die untern Gewölhsteine nicht aber die Verlangerungs-stücke gesetztsind , und wenn der nörtel in den Fugen- getrocknet ist, welches Austrocknen etwanach einem Monathe des bewerkstelligten Gewölb-Schlusses, erfolgt; *) 5 ) dafs es
also besser sey, auf diese untern Gewölhsteine nach der geschehenen Ausrüstung,noch andere,, das sind die verlängerungs- Gewölbstücke,, wozu man auch leichtere,als z. B. Tuffsteine, wie bey der münchener Brüche geschehen soll, wählen kann, **)zu setzen, als darüber ein mit horizontalen und lothrechten Fugen zu machendesGemäuer aufzuführen.
420. Eine andere Maafsregel bey Aufführung der Gewölbe tritt ein, dafsman die Schenkel der Bögen nicht vollkommen ausmauert, bevor die Ausrüstung ge-schehen ist. Dieselbe war bey der Brücke von Nogent mg. 8 . Tab. 132. nicht befolgtworden, daher spaltete sieh dieses Gemäuer, und der Bogen setzte sich in seinenschwächsten runcten sehr bedeutend, so, dafs man genöthiget war, dasselbe abzu-tragen, und viel von der innern Gewölbfläche abzuhauen, um nur eine regelmäfsigeGewölblinie zu erhalten. Ein solches zu hoch aufgeführtes Gemäuer verhindert näm-lich , dafs sich die darin durch das setzen des Bogens geöffneten Gewölbfugen nichtwieder schliefsen, und man war genöthiget, in dieses Gemäuer Einschnitte zu ma-chen, damit es theilweise dem Gewölbe selbst nachgab. Mit einer entgegen gesetz-ten Maafsregel, d. i. wenn man kein Gemäuer gegen den Bogen aufführt, erhaltendessen erste Gewölbsteinlagen nicht den so nothwendigen Gegendruck; sie könnendaher seitwärts ausgedrückt werden, welches vorzüglich bey flachen und ausgebauch-ten Bogen, und bey Halbkreisen statt finden wird. Zum sichersten wird in dieser
*) Bey der Eintrachtsbrücke wurde die Ausrüstung drey Wochen nach dem Schlufs der Gewölbevorgeschrieben. (Perronet pag. 314.)
**) Weil die zu dieser Brücke zu verwendenden Tuffsteine der Witterung nicht auf Jahi'tausendcwiderstehen, und eine gelbliche Farbe haben, so wird man wenigstens zu allen Gewölbsteincn derAeufsern- Flüchen , also auch zu den Verlangerungs - Steinen , dieser Flächen den röthliehen sehrfesten Sandstein anwende».
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