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Hinsicht verfahren a) wenn man mit den Gewoibsteinen auf dem Bauplätze einen■versuch über ihr Abgleiten ansteilt, nachdem zwischen .zwey Steinen eine bis zweyInnen dicke Cement-Mörtel-Lage ausgebreitet und diese ganz erhärtet ist. Derselbegiebt also den Winkel diejenige Fuge zu erkennen, bey welcher die ersten Gewölb -
steinlagen abzugleiten trachten, bis wohin also die ruhenden eewölbsteinlagen gehen.Von dem Anfang der vorletzten Ruhenden-oewölbsteinlage fälle man eine loth-
f echte Linie, und führe bis zu dieser das Gemäuer über den Bogen in zurück gezo-
genen Lagen bis unter dem cordön der Brücke (über das Lehrgerüst) auf, und nehmedann die Ausrüstung vor. *)
Endlich mufs in diesem §.' noch angemerkt werden: dafs die Veflänge-rungs - Gewölbsteine stets, wo sie sich oben an die nächsten horizontal zu legendenSteine der Tympans anschliefsen, lothrecht abgehauen werden müssen, damit sie,•fiu diesen ihren Kanten nicht brechen, welches bey einer spätem Nachsetzung desGewölbes erfolgen müfste, wenn man diese Seite des Steins mit dem untern xheilbis oben hinauf nach einem nadius fortlaufen läfst. Diefs kann sich der xeser beyden Zeichnungen der bey Ulm vom Verfasser vorgeschlagenen Brücke Fig. 1. vah. 133.versinnlichen.
§. 421. Die Ausrüstung wird von unten Rach oben, und zwar zugleich inallen ßögen mit Ausschlagung der obern Lagerkeile, dann der untern Lagerkeile undxagerbalken bewerkstelligt. Es ist rathsam diese Keile, von denen man, unter jedemGewölhstein, zwey gegen einander legt., nicht hoch zu machen, damit sie bey derAusrüstung leicht gespalten werden; bey der Brücke von Saumur betrug ihre starkenur 18 Linien. Ferner mufs man die untern Lagerkeile und xagerbalken immernach und nach, so wie die Aufsetzung der Gewölbsteine fortrückt, auf das Lehrgerüstbringen, um den untern Gewölbfugen, der zuletzt gelegten Gewölbsteine, desto un-gehinderter beykommen zu können. Bey dem Polygon-Gerüst der Eintraehtsbrückezu Paris hat der Ingenieur Dumoustier in den sprengstreben, da wo sie enden, Ein-kerbungen gemacht, und nur kleine Holzstücke stehn lassen, die man leicht mit demMeissei abstöfst. Cessart hat diese Methode in seiner Description I. pag. 13. genaubeschrieben. Endlich bemerke ich: dafs man den mittlern Bogen einer Brücke zuletztausrüsten müsse. Bey meinem Bogengerüste mufs man , während der Ausrüstung,zugleich die stützen Ti., g und f Fig. 53. Tab. 130. , so wie den Spannriegel m m,auch die Zugstreben r« und pc, wegnehmen; ferner die mittlere Yerbindungs-schwelie a längs jeder nippe durchsägen; von den jochpfählen lj, etwa zwey schuhvon ihrem obern Ende abwärts, so viel abhanen, damit der stehen gebliebene Theil die-ses Stücks von dem Druck des Gewölbes zusammen geprefst d. i. geknickt werdenkann. Diese
*) Bey den stark ausgebauchten Brücken - Gewölben wird man also das oberhalb und an den Seitendes Bogens kommende Mauerwerk höher aufführen müssen, als bey den Halbkreisen, und beydiesen höher, als bey den Flachen - Bögen.