Maafsregela sind defswegen nothwendig, damit der Gewölb - nogen sieb frey in allerePuncten setzen könne. Würde man nämlich die Schenkel des Lehrgerüstes unten ganz-frey machen , bevor die mittlern Theile desselben zum ungehinderten setzen vorbereitetsind: so müfsten die Gewölbsteine des Schenkels vom Bogen auf das Lehrgerüst drücken»,und dieses sowohl als das Gewölbe aufwärts zu gehen trachten. Man sieht hieraus, wienothwendig es sey: bey der Ausrüstung .so schleunig als möglich zu verfahren, damitder Gewölb-EOgen sieh gleichförmig und ungehindert setzen könne. Für die Mün-chener Brücke rechne ich, nach den vorliegenden Erfahrungen, dafs die Mitte des Bogenssieh QO bis 100 Linien setzen werde. Dieses setzen betrug z. b. bey der Brücke vonMantes 103 Linien; bey der Brücke von Nemours 90 Linien, und bey andern Brückenwar es noch beträchtlicher. Um das setzen des Gewölbes zu erfahren, wird sowohlunterhalb dem Schlufsstein als einiger andern Gewölbsteinen eine horizontale Linie biszum Pfeiler ausgesteckt, und selbst mit schwarzer Farbe auf dem Bogen verzeichnet.Eine solche Linie wurde von d nach c bey dem Bogen der Brücke von Nogent (Fig. 8.und 12. Tah. 132-) gezogen. Die Setzung dieses Bogens betrug etwas über 12 zoll, unddiese Linie senkte sich nach dv und e. Auch vom- Widerlager hatte man eine Linie aufdie Gewölbsteine von e nach b Fig. 8. gezogen; nach der Ausrüstung war das Gewölbzwischen b und a 13 Zoll gestiegen, und zwischen b und c 13 zoll herunter gegangen,wie diefs die krummen Linien zeigen. Da das Setzen der grofsen Gewöll>-Bogen gewöhn-lich acht bis 20 Zoll beträgt, so erkennt man die Nothwendigkeit, dafs ein so grbfserRaum zwischen dem Lehrgerüste und dem darüber aufzuführenden oewölbe statt findenmüsse, wenn man nicht das gleiche Setzen des Gewölbes hindern will» weil es sieh noth-wendig mit einigen Theilen auf das Lehrgerüst aufdrücken mufs, dessen wesentlicheTheile alsdann durchgesägt werden müssen, um das Uebel nicht noch ärger zu mgchen.Ein Vorfall» der, wie Perronet pag. 175- seines Werkes erwähnt, bey der Brücke vonNogent eintrat, deren Bogen QO Schuh weit ist, und wo man nur einen zwischenramilzwischen dem Gewölbe und dem Lehrgerüst von Q zoll anstatt 15 zoll gelassen hatte,so dafs bey der Ausrüstung die spreng&treben durchgeschnitten, und ein xheil der Lager-hölzer durebgehauen werden mufste, nachdem man die Lagerklötze zerspalten hatte.
Einige Monate nach der erfolgten Ausrüstung des sogens werden die Obern- oderVerlängerUngs-Gewölbsteine dergestalt aufgesetzt, dafs ihre Fugen mit denen des eigent-lichen Gewölb-Bogens fortlaufen; zugleich werden die Gewölbschenkel vollkommen mitGement-Mörtel und Bruchsteinen oder Ziegel, bis gegen die Oberfläche des Gewölbes,ausgemauert, und dann wird über die ganze Fläche hin mit einem aus Cement, der mitnicht ganz klein gestossenen Dachziegeln untermischt seyn kann, bestehender Gufs, dreyZoll hoch angebracht, den man mit einem hölzernen an einem stiel befestigten Brettfestschlägt, dann aber einige Tage über mit Bretter bedeckt, damit die sonne darin keineSpalten verursache. Diese Lage wird mit dünnen Mörtel, worunter cement kömmt,einen zoll hoch begossen, und dann vtord er mit dem hölzernen Brett tüchtig zusammengeschlagen, so, dafs darin keine ldtzen bleiben. Anstatt dieses Cementgusses kann mansich auch, zu der ersten Decke, des xöpferthons, oder noch besser, des FayencerThonesbedienen.
§. 4 21. Die Ableitung des Wassers von der oberflä’che der Brücke ist einwesentlicher Gegenstand zur Erhaltung des Werkes. Als die Brückenbaukunde ohneSorgfalt behandelt wurde, legte man von den zwey Seitenrinnen des Pflasters bis ei-einen Schuh über die äufsersten Flächen der Brücke hinaus, steinerne Ablafs - Rinnen;diese erzeugten einen Mifsstand für das Ansehen der Brücke, das ablaufende Kothwasserbeschmutzte ihre Seitenflächen, und im Winter setzte sieh Eis daran. Bey den gro-
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