Buch 
3 (1834) Beschreibung und Berechnung grösserer Maschinenanlagen, vorzüglich jener, welche bey dem Bau- Berg- und Hüttenwesen vorkommen / von Franz Anton Ritter von Gerstner
Entstehung
Seite
187
JPEG-Download
 

Beispiel.

187

des Wassers vermehrt. Die Reibung der Kolben macht hievon den bedeutendsten Wider-stand aus, indem selbe die Hubshöhe von 12 Fuss um 4,94 Fuss vergrössert.' Die Reibungin den Zapfenlagern der Gabel walze vermehrt die Hubshöhe um 0,26 und noch um 0,nFuss, und wenn wir auch die mit 31,75 in der Formel erscheinende Grösse mit 56,4dividiren, so gibt diess eine weitere Vermehrung der Hubshöhe von 0,56 Fuss und der

Effekt ist =

3600 .8.2,5.4.25

; es wird daher die Hubshöhe wegen sämmtlicher Wider-

56,4 (12 + 5 , 87 )

stände beinahe um die Hälfte vermehrt. Wir sehen nun auch die Ursache, warum wirdie Grosse derjReibung durch die Querschnittsfläche des Kolbens ausgedrückt haben;wir erhalten nämlich hierdurch eine deutlichere Uebersicht, wie viel dieser Widerstandim Verhältnis der Steighöhe beträgt.

Die Ausrechnung der letzten Grösse gibt den Effekt, welchen 4 Arbeiter in einemTage oder während 8 Stunden ununterbrochener Arbeit zu Stande bringen = 7144 Kubikfuss.

Der Effekt, welchen dieselben Arbeiter bei dem Tragen einer Last zu Stande brin-gen , verhält sich zu dem berechneten Effekte bei dem Paternosterwerke wie

3600.8.2,5.4.25:

3600.8.2,5.4.25

12.56,4 = 17,87 :12 = 100 : 67,2; es geht daher der

56,4 (12 + 5,87 )

dritte Theil der KraftäuBserung durch die vorhandenen Widerstände verloren.

Herr Eytelwein berechnet iin zweiten Hefte der praktischen Anweisung zur Wasser-baukunst ebenfalls die Anlage eines Paternosterwerkes, womit durch 4 Mann Wasser auf12 Fuss Höhe gefördert wird; er nimmt die Kraft eines Mannes mit 25 Pfund und seine

Geschwindigkeit =

3,1416

3

= 2,8 Rheinl. Fuss an ;

12

hiernach findet er,

dass diese 4

Menschen 13,53 Kubikfuss in einer Minute auf 12 Fuss Höhe bringen; es verhält sich alsoder Effekt dieser Arbeiter bei dem Tragen einer Last zu jenem bei dem Paternosterwerke,da ein Rheinländer Kubikfuss Wasser 66 Berliner < t5 wiegt, wie

60.2,8.4.25 : 13,53.12.66 = 100:63,8. Dieser Effekt ist etwas kleiner als der von uns be-rechnete, allein es ist hiebei das Steigrohr mit 15 Fuss Länge oder 3 Fuss tief imWasBer stehend angenommen und hiefür die Reibung berechnet worden, wogegen wirdieses Rohr nur mit H = 12 Fuss in Rechnung genommen haben.

Um diesen Effekt mit der Seite 178 angeführten Beobachtung von Manger bei einemSchaufelwerke zu vergleichen, müssen wir wie dort die Arbeitszeit mit 5 S /« Stunden , dieGeschwindigkeit der Arbeiter mit 5 Fuss und ihre Kraft mit 12,7 < t£ annehmen. Wir er-

halten für diese unvortheilhafte Kraftäusserung den Effekt

3600 5 s / 6 .5.4. 12,756,4(12 + 5 , 87 )

= 5292,4

Kubikfuss , also viel geringer. Hierdurch ergibt sich nämlich das \ erhältniss

3600.8.3.4.30 : 5292,4.56,4.12 = 100 :34,5, welches zwar weit geringer als das früher

gefundene, aber doch weit vortheilhafter als jenes bei dem Schaufelwerke von 100:19 ist.

§. 129 .

Bei den bisherigen Berechnungen haben wir angenommen, dass die Kolben in derSteigrohre genau anschliessen, demnach eine Reibung verursachen, welche naehMass-gabe der hierUber angestellten Versuche und der Rechnungsresultate die Widerstände der

24 *