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Anlegung bew'dsserbarer Wiesen.
soll, so weit es möglich ist, gerade fortgezogen werden und seine Wände die erforderlicheBöschung erhalten, um der Gewalt des Wassers gehörig zu widerstehen; endlich musssein Querschnitt der abzuführenden Wassermenge angemessen seyn. Nach Beendigungdes Hauptgrabens werden die Nebengräben ( roggcitc ) ausgehoben. Man spannt nämlichzu jeder Seite ihrer Weite eine Schnur, trrtcirl mit einer Stichsnhaufel beide Umfangsli-nien auf dem Boden und hebt dann die Erde aus. Diese Gräben, deren jeder zur Bewäs-serung eines Beetes dient, müssen der Grösse desselben angemessen geyn; sie werdengewöhnlich 9 oder 10 Oncie (18 Zoll) breit und 5 bis 6 Oncic (10 Zoll) tief angelegt. DieErde, welche man bei ihrer Aushebung gewinnt, wird zu beiden Seiten herausgeworfen,um den schiefen Ebenen der Beete die gehörige Erhöhung zu geben.
Häufig ist die natürliche Lage der Felder nicht von der Art, dass bloss ein Zulei-tungskanal über der ganzen Länge des Grundstücks ohne Y r ornahme bedeutender Erdar-beiten angelegt werden kann; in einem golchen Falle werden in dem Zuleitungskanale je30 oder 40 bruceia entfernt, oder eigentlich, wo es die Unebenheit des Bodens erfordert,Schützen oder Schwellbreter angebracht, mittelst welcher das Wasser aufgehalten, undvon Strecke zu Strecke auf den unterhalb liegenden, für sich gehörig planirten Theilder Wiese geleitet wird. Bezeichnet BE, Fig 13 bis 15 den Zuleitungskanal, so lassen sich Fig.in AD und in CF solche Schützen anbringen, die dann auf die gehörige Höhe aufgezo- i,i sgen werden, damit das Wasser durch die, unter dem Scliwellbrete bleibende OefFnungvon dem Graben E F nach CD und von da nach AB gelangt, wobei es aber in einem 83.jeden solchen Theile eine verschiedene Höhe oder Niveau annimmt. Ein jedes StückEF, CD , AB bewässert dann den unterhalb gelegenen Theil der Wiese. Durch diesezweckmässige Einrichtung werden jene bedeutenden Planirungskosten erspart, welche beider Zurichtung eines unebenen Grundstückes nothwendig entstehen würden. Es leuchtetvon selbst ein, dass die OefTnungen in den Schützbretern ungleich geyn müssen; ist z. B.jene bei E vier Oncie breit, so wird jene bei F nur etwa 3 und jene bei D nur etwa 2Oncie, oder überhaupt eine golche Breite erhalten, bis das Wasser von einer Mündungzur andern langsam fortfliesst und die ganze Oberfläche der Wiese gleichförmig bewässert.
Auch in den Wassergräben (rogge(tc'), welche von dem Hauptkanal ausgehen, wer-den solche Schützbreter in g , g unter A D angebracht , wenn das Terrain in der Linieaa'" zu viel Abfall hat, demnach die Wiese auch in dieser Richtung in drei oder mehrungleich hoch liegende Flächen getheilt wurde. Manchmal pflegt man statt solcher Schüt-zen das Wasser in einer schmalen gekrümmten, hölzernen oder steinernen Rinne mn,Fig. 14 zu leiten , wodurch es in seiner Bewegung gehemmt und gestaut wird.
Die Wassergräben, welche von dem Hauptkanal EB auslaufen, müssen nie bis zudem Abzugsgraben GH reichen, in welchen am Ende des Feldes alle Wässer zusammen-laufen und dann wieder weiter abfliessen. Damit nämlich ein Wagen behufs der Gras-und Düngerführung von einem Beete zum andern gelangen könne , müssen die Wasser-gräben in d, d ,. .. 4 oder 5 braccia von GH entfernt bleiben. Die Bewässerung dieseskleinen Raumes wird dann mittelst einiger ganz kleiner Gräben hergestellt.
"§. 152 .
Sind alle Gräben ausgehoben , so muss die Erde von den zu hoch gelegenen Stellenweggenommen, und auf die niedern gebracht werden. Ein enahrener Wasserlc.ter vird