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Anlegung bewässerbarer Wiesen.
mit einem Blicke bald bemerken, wo die Erde wegzuführen , und wohin sie abzulegenkommt. Auch pflegt man, um sicher zu gehen, sobald der Zuleitungskanal und die Wasser-gräben ausgehoben sind, das Wasser mittelst derselben auf die Wiese zu lassen, wo sichdann bald zeigt, welche Arbeiten noch nothwendig sind. Zum Transporte der Erde aufgrössere Entfernung pflegt man sich im Mailändischen einer M a s c h i n e, welche raggiagenannt wird und Fig, 1 abgebildit erscheint, zu bedienen. Vor dem Gebrauche dieserTal). Maschine muss jedoch die Strecke, wo Erde wegzuführen ist, mit dem Acker gut aufge-lockert werden, damit die Maschine sich leicht mit Erde füllen könne, und keine grös-sere Zugkraft als zwei Ochsen zu ihrem Betriebe erfordert werden.
Diese Maschine besteht aus 2 Pfosten abhc und hcdg, welche mittelst der Seiten-theile acd und hfgh so verbunden sind, dass das Ganze die Gestalt einer Mulde an-nininit. Die Länge ist ab = ch=dg = 2 bracciaz=3 3 /t Fuss, die Höhe a c = bh=8Oncie = 15 Zoll und eben so gross ist die Breite dc=gh. Das Ganze ist gehörig mit Eisenbeschlagen und bei f zu jeder Seite ein Haken angebracht, in welchem eine Kette undin der Mitte derselben eine andere Kette für die Befestigung der Wage der Zug-thiere angehängt wird. Die Länge der Leitstange ist ei = 3 bracciazzz 5,6 Fuss und ihreDicke = 3 /,, Oncie= 7 / s Zoll. Am untern Theiie läuft das 2 Oncie = 3 % Zoli breite Be-schläg von g nach d fort, und ragt beiläufig um % Oncia — 1 /* Zoll vor, um auf dieseArt die Erde gleichsam abschneiden zu können, und um zugleich bei dem Fortziehender Maschine ihre schnelle Abnützung auf dem Boden zu vermeiden. Bei dieser Ma-schine müssen vorzüglich die Haken f zweckmässig angebracht werden, damit ein Gleich-gewicht in ihrer Bewegung bewirkt werde, und die Fortschaffung derselben den Zug-thieren weder zu schwer, noch auch dem Landmanne ihre Handhabung zu anstrengendwerde. Ist nun der Boden, wie wir oben bemerkten, bereits aufgelockert, und die Ma-schine befindet sich an dem Orte, welcher erniedrigt werden soll, so hebt der Landmanndie Leitstange etwas und drückt mit Gewalt die untere Fläche cdgh in den Boden, woraufsich die Maschine , ohne dass die Bewegung der Zugthiere viel vermindert wird, sogleichmit Erde füllt, die dann bis zu dem gehörigen Orte geschleppt wird. Dort angelangtlässt der Landmann die Leitstange bei i aus und behält bloss den Strick bei k in derHand; in dem Maasse, als dieser Strick schlapp wird, entleert sich die Maschine nachund nach und verbreitet auf diese Art die Erde gleichförmig am Boden.
Durch diese Manipulazion wird die Planirung des Terrains im Groben vorgenommenworauf dann die Arbeiter mit grösserer Sorgfalt den Beeten die gehörige Neigung geben.Wie wir bereits bemerkt haben , darf die Neigung der Beete weder zu gering seyn, weilsich das Wasser dort ansammeln würde , noch auch zu steil, weil es sonst zu schnell ab-läuft. Im Allgemeinen sind 3 oder 4 Oncie (6 bis 8 Zoll) für die Seite eines Beetes hin-länglich, da das Wasser bei diesem Gefälle eine hinlängliche Bewegung erhält, undwenn die Wiese gedüngt ist, die befruchtenden Theiie des Düngers nicht fortgeführtwerden, Die Beete in einem lehmichten Boden fordern aber eine grössere Neigung.
Ist die ganze Anlage auf diese Art beendigt, so werden alle Beete neuerdings gea-ckert, da der Boden durch die Tritte der Menschen und Thiere oftmals so fest wird, dass diezarten Wurzeln der Gräser nicht gedeihen könnten. Man,säet nämlich nach dieser Acke-