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Des Herrn Hellot's ... Färbekunst oder Unterricht Wolle und wollene Zeuge zu färben, nebst Vorschriften zu Prüfungen derselben durchs Absieden / Jean Hellot ; aus dem Französischen übersetzt und mit einer Anweisung zur Seidenfärberey versehen von Abraham Gotthelf Kästner
Entstehung
Seite
14
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Zweytes Kapitel.

Vorn Unterschiede des Schlecht- und Schön-färbers bey der Wolle.

ALey allen Farben hak man zwo Arten, die*^Wolle zu färben. Das eine heißt gut undschön färben (ßrsnä er bon reinr); die andereschlecht und falsch färben, (perir er taux teint.)Bey der ersten werden Materien gebraucht, wel-che die Farbe feste machen, daß sie die Luft vcr-trägt- und von scharfen und ätzenden Saftennicht leicht steckt. Die falschen Farben verfchie.ßcn in kurzer Zeit an der Luft, besonders an derSonne, und die meisten Feuchtigkeiten machensie so flcckigt , daß ihnen ihr erster Glanz fastnie wieder zu geben ist. Vielleicht wird man sichverwundern, daß es erlaubt ist, schlecht zu fär-ben , da man alle Farben gut haben kann: aberdrey Ursachen machen, daß der Gebrauch desletzter» schwer, ja fast unmöglich abzuschaffenist. Erstlich ist die Arbeit viel leichter; die mei-sten Farben und Schattirungen, die bey dem gutenFärben ungemein viel Muhe kosten, sind beymschlechten sehr leichte gemacht. Zweitens fMddie meisten schlechten Farben glänzender tzudlebhafter- als die guten. Drittens, welchesdas Vornehmste ist, sind sie auch viel wohlfeiler.Nur dieser letztem Ursache wegen, wie leicht zubegreifen ist , werden die Färber alles Mögliche

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