oder Venetianischen Scha rlach. i6i
Pfund nimmt. Man thut anfangs die Wollehinein, die am hcllestcn gefärbt werden soll, undläßt sie nur so lange Zeit im Kessel, als erfor-dert wird, sie umzuwenden, damit sie die Farbedurchgchcnts gleich annimmt. Nachgehenderhängt man sie auf, und thut gleich darauf dieje-nige hinein, die eine dunklere Schattirung bekom-men soll, und laßt sie etwas langer darinnen.So fähret man fort bis auf die letzte, welcheman so lange darinnen laßt, als die Farbe voll-kommen zu erhalten nöthig ist.
Man fangt von der hellesten Schattirung an;denn wenn man diese Wolle zu lange darinnengelassen hätte, so wäre nichts damit verdorben,und man könnte sich ihrer zu einer dunklem Schat-tirung bedienen; fienge man aber von den dun-kelsten an , so wäre kein Hülfsmittel mehr, wennman ohngcfähr eine von den Hellern verfehlte.Bey allen Farben, von den man Folgen macht,muß nian eben so verfahren, und die schwachemSchattirungen vor den stärker» verfertigen. Manmacht itzo die Farbe, von der ich rede, selten,weil ihre tiefen Schattirungen nicht sehr gebräuch-lich sind; allein da das Verfahren bey den an-dern eben so beschossen ist, so kann das, wasich itzo gesagt habe, auch für dieselbcn-dicnen.
Nachdem die Wolle solchergestalt gefärbt ist,und ehe man sie in den Fluß traget, kann mansie durch laulichkes Wasser ziehen, darinne manein wenig Seife hat vollkommen zerschmelzen las-sen; dieses giebt der Farbe Glanz, verursachetaber auch, daß sie ein wenig ins Cramoisi fällt.
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