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Des Herrn Hellot's ... Färbekunst oder Unterricht Wolle und wollene Zeuge zu färben, nebst Vorschriften zu Prüfungen derselben durchs Absieden / Jean Hellot ; aus dem Französischen übersetzt und mit einer Anweisung zur Seidenfärberey versehen von Abraham Gotthelf Kästner
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174
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»74 Vom Cochenill-Scharlache.

Die lVald - Cochenille, oder Lampelsisne,wird auch von Vera Crux nach Europa gebracht.Die Indianer suchen sie in den Gehölzen von Alt«und Neu-Mcpico. Das Insect vermehrt und er«halt sich daselbst auf den wilden Opuntien, welchestch da häufig finden. In der Regenzeit ist es da.selbst aller Feuchtigkeit der Luft ausgesetzt, undstirbt natürlich. Diese Cochenille ist allemal vielkleiner, als die feine oder abgewartete Cochenille.Ihre Farbe ist besser und fester, als diejenige,welche man aus der feinen erhalt; aber sie hakniemals eben so viel Glanz, und außerdem istkein Vortheil bey ihrem Gebrauche, weil manviermal so viel, und manchmal noch mehr, alsvon der feinen, nehmen muß.

Bisweilen findet man auch zu Cadir feine Co-chenille, die vom Mcerwasser bey einem Schiff»bruche ist benetzet worden, wie dcrFloulle imCa-nal von Vahama 17Z4 begegnete. Solche Zu-falle

heben die Weibchen, die dreymal im Jahre gesammletwerde», den Winter hindurch in den Häusern aus denBlättern des gedachten Gewächses auf. und nachdem dieRegenzeit vorbey, bringen sie solche in kleinen Nestern vonMoos, wieder aus die Opuntien Gewächse, da sie denntiach kurzer Zeit gebühren, woraus die Junge» sich um-her verbreiten, die todten Mürter aber die erste Erndteliefern — nach Z — ^ Monaten er'vlgt die zwore,und nach eben so langer Zeit die dritte Erndte.

Daß dieses Insekt seine Fa bentheilch en gedachter Pflan-ze zu verdanken har. ist keinem Zweite! unterworfen, sselbstdie Frucht dieser Pflanze färbet den Urin derjenigen, wel-che solche geniesen, so roth, daß mancher Fremde so ge-täuscht worden , daß er nach der ersten Genießung denUrin für wirkliches Blut gehalten.