Vom Cochenill-Scharlache. 181
ben; so dürfte man noch ein oder zwey Grosmehr nehmen; gicnge man aber weiter, so würdeman den Glanz und die Lebhaftigkeit verderben.
Ob ich wohl die Menge der Composition,sowohl bey der Brühe, als bey der Farbe selbst,bestimmt habe, so darf man dieses doch bei wei-tem nicht als was unveränderliches ansehen. DasSchcidewasser, dessen sich die Färber bedienen,ist garnicht immer von einer Stärke; wenn marres also immer mit einerley Menge schlechtenWassers vermenget, so wird die Composition,welche das schwächste Scheidewasser hat, weni-ger Wirkung thun. Es gäbe wohl Mittel, sichvon den Graden der Säure im Scheidewasser zuversichern, z. E> nur das zu gebrauchen, vondem zwey Unzen eine Unze Silbers auflösen, unddadurch würde man im Stande seyn, eine Com-position zu machen, die immer einerley wäre.Aber alstenn wird die Beschaffenheit der Coche-nille wieder neue Veränderungen machen, undüberdicß ist der geringe Unterschied, den das beymScharlache macht, nicht sehr in Betrachtung zuziehen, weil man überdieß ihn auch genau zuderjenigen Beschaffenheit, von welcher man ihnverlangt, zu bringen weis. (*)
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(*) Da die Stärke des Scheidewassers auf diese Weise zuprobiern zu kostbar ist, so hat Herr Gclieffer (Chemi-sche Vorlesungen über die Salze, Erdarten, Wässeru. s w. Grenswalde 1779. S- 27) vorgeschlagen»fixes Laugensalz in dreymal so viel kochendem Wasseraufzulösen, und die Auflösung mit Scheidewasser zu
sättigen.