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Des Herrn Hellot's ... Färbekunst oder Unterricht Wolle und wollene Zeuge zu färben, nebst Vorschriften zu Prüfungen derselben durchs Absieden / Jean Hellot ; aus dem Französischen übersetzt und mit einer Anweisung zur Seidenfärberey versehen von Abraham Gotthelf Kästner
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184
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»84 Dom Cochenill-Scharlache.

Noch ein Umstand beym Scharlachfärben,von welchem ich noch nicht geredet habe, verdienetbemerket zu werden, wovon nämlich der Kesselseyn muß. Alle Färber sind hierinncn verschiede-ner Meynung. In Languedoc braucht manKessel von feinem Zinn, und viele Färber zu Paristhun solches ebenfalls. Herr de Iullieme aber,welcher Scharlache verfertiget, die sehr gesuchtwerden, braucht nur Kessel von Meßing (cmvrejsurm). In den Färbereyen zu St. Dcnis hatman auch keine andern. Herr de Iullieme bedie-net sich nur aus Vorsichtigkeit eines großen Netzesvon Seilen, dessen Maschen sehr enge sind, wel-ches er In den Kessel hängt, damit der Zeug nichtan selbigen rühre. Statt dessen wird zu St. De-nis ein großer Korb aus geschälten Weiden, derlocker geflochten, gebraucht, allein nicht mit soviel Bequemlichkeit, als das Netze; denn so langebis ihn der Zeug so sehr beschweret, daß er nie-dersinkt, muß ihn auf jeder Seite ein Mann nie-derdrücken , damit er sich nicht auf die Oberflächeder Blühe erhebt.

Dibses so verschiedentliche Verfahren in Ab-sicht auf die Materie, aus welcher der Kessel ge-macht wird, hat mich veranlasset, selbst Versu-che anzustellen. Ich habe zwo Ellen weißes Tuchvon Sedan genommen, und in zween gleichenKesseln gefärbt, deren einer von Kupfer mit dem

Netze,

kritzle wthbraun, um vom blauen Vitriol viylrt. Wel-che Nüanzen können nicht durch Veränderung der Zu-sähe und der Proportion derselben mir einem einzigenFarbematerial hervorgebracht werden i