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Des Herrn Hellot's ... Färbekunst oder Unterricht Wolle und wollene Zeuge zu färben, nebst Vorschriften zu Prüfungen derselben durchs Absieden / Jean Hellot ; aus dem Französischen übersetzt und mit einer Anweisung zur Seidenfärberey versehen von Abraham Gotthelf Kästner
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187
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Vom Cochenill-Scharlache. ,§7

ein kupferner Kessel, wenn man sich dessen bedienenwill, lingcmcin reinlich seyn. Qefters sind mirScharlachproben mißlungen, weil ich den Kesselnicht mit Fleiß hatte scheuern lassen. Also mußich hier auch den Gebrauch einiger von den be-rühmtesten Färbern bestrafen, welche die Brühein ihrem kupfernen Kessel gegen 6 Uhr des Abendszurichten, und ihn die ganze Nacht durch warmerhalten, um die Zeit zu gewinnen, da sie denMorgen darauf mit Anbruch des Tages ihre Zeu-ge hineinthun. Ohnstreitig greift die Brühe denKessel die Nacht über an, und bringt Kupfcrthcil-chcn in den Scharlach, welches der Schönheit derFarbe schadet. Es hilft nichts, daß sie sagen,sie thaten die Composicion erstlich hinein, wennihr Tuch gleich in die Brühe kommen solle; derLremor 1'artari oder der weiße Weinstein, den sisdcnAbend zuvor hinein gethan haben, hat genugSäure, das Kupfer des Kessels anzugreifen, undeinen Grünspan zu machen, der in der That nacheben dem Maaße, wie er entstehet, sich in die Feuch-tigkeit ausbreitet, aber doch seine Wirkung thut.Also wäre es viel besser, sich zinnerner Kesselzu bedienen, denn man kann ohne Zinn keinenScharlach machen, und ein Kessel von Zinn kannalso nichts anders, als zu seiner Schönheit bey-tragen. Aber diese Kessel kosten, wenn sie großgenug sind, drey bis vier tausend Livrcs, welcheswas Beträchtliches ist, und sie können bey demerstenmale des Gebrauches durch Unbedachtsamkeicder Gesellen geschmolzen werden. Ucbcrdieß istes fast unmöglich, sie in einer Forme so zugießen,