ryo Vom Cochenill-Scharlache.
läßt man um zwoer Ursachen willen. Die ersteist, allen Zeugen von einfachen Farben, d. i. indenen man keine Molle von verschiedenen Farbenvermengt, und sie deswegen vermengte Zeugeheißet, gemein, oder sollte ihnen doch gemeinseyn. Sie werden nie in der Wolle, besondersmit hohen oder feinen Farben gefärbt, weil beyihrer Verarbeitung beym Spinnen, Karten oderWeben, fast nicht zu vermeiden seyn würde, daßin einer großen Werkstatt, wo viele Arbeiter sind,nicht etwas von weißer oder anderer Farbe Wolledaran stiegen sollte, welches den Zeug einiger-maßen bunrfleckig machen, und dadurch verder-ben würde: daher färbt man roth, blau, gelb,grün und alle andere Farben, die vollkommengleichförmig seyn sollen, erstlich nachdem die Zeugeverfertigt sind.
Der zwecke dem Scharlach oder vielmehr derCochenille eigene Grund ist, daß diese Farbe durcheine Saure erhöhet wird, und daher das Walkennicht aushalten kann; wie dieses nun bey denmeisten kostbaren Zeugen, wenn sie von der Werk-statt kommen, erfordert wird, so würde die Co-chenille einen Theil ihrer Farbe verliehren, oderwenigstens wegen des Alkali in der dazu nöthigenSeife das eine Theil von der Lebhaftigkeit, welchedie Säure dem Rothen verschaft hak, zerstöret/sehr viel dunkler rorh werden. Dieserwegen färbtman die Tücher und andere Znige Scharlach, 8oupeen vin, Cramoisi, Violct, Purpur, und mit an-dern ähnlichen Farben erstlich, wenn sie völlig ge-walkt und zugerichtet sind.