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Des Herrn Hellot's ... Färbekunst oder Unterricht Wolle und wollene Zeuge zu färben, nebst Vorschriften zu Prüfungen derselben durchs Absieden / Jean Hellot ; aus dem Französischen übersetzt und mit einer Anweisung zur Seidenfärberey versehen von Abraham Gotthelf Kästner
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196
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196 Vorn Cochenill - Scharlache.

Cochenille/ und verlangte doch eine Orangsnfar-be, so müßte man mehr Composttion nehmen,da verlöhre alsdenn das Tuch ein Theil von sei-nem Grunde, und würde nicht stärker noch schö-ner gefärbt, als wenn man nur die erzählteMenge Cochenille gebraucht hätte.

Wenn man viel Zeuge Scharlach färben will,so geschieht solches mit besonderm Vortheile gleichnach einander, denn für die zwote Parthey nutztman die Brühe, welche für die erste gemachtwar. Wenn man z. E. mit den ersten fünfStücken fertig ist, so bleibt allezeit noch etwa«Cochenille in der Brühe, welche sich bey siebenPfunden bis auf zwölf Unzen belaufen kann.Man weis dieses daher, weil, wenn man diese Brü-he von neuem braucht, damit zu färben, die Tuche,welche man hinein thut, eben die rosinfarbeneSchattirung haben, als wenn man sie bey einerneuen Brühe mit zwölf Unzen Cochenille gefärbthätte. Diese zurückbleibende Menge kann sichindeß nach der Beschaffenheit oder der Wahl derCochenille sehr verändern, wie auch, nachdemselbige feiner oder gröber gepülvert worden ist.Ich werde hiervon noch vor dem Schlüsse diesesKapitels reden. So wenig Farbe aber auch inder Brühe bleibet, verdienet sie doch wegen derKostbarkeit der Cochenille Betrachtung. Manbedient sich also dieser Brühe zu der Farbe derfolgenden fünf Stücke, und thut in diese nachdem Maße weniger Cochenille und Composttion,nachdem man etwa glaubt, daß noch viel rück-ständig ist. So schonet man auch Holz und Zeit.

Aber