Vom Cochenitt- Scharlache. 197
Aber dieses Verfahren läßt sich nicht umständlichbeschreiben, mir ist genug, es angezeigt zu haben;wer Gefchicklichkeir und Nachdenken besitzet, wirdvon sich selbst die sichersten Mittel finden, wie ermehr daraus ziehen kann; denn nachdem man inder Reihe der Scharlachfarben einen Zeug Ro-senfarben gefärbt hat, kann man mit einer drittenZurichtung noch einen andern Fleischfarben färben.Haben die Färber nicht Zeit, dieses zweyte unddritte Färben innerhalb 2,4 Stunden zu verrich-ten, so verdirbt die Farbe, und das Wasser ver-wandelt sich, da es rosenroth war, wird es trübe,und verliehret diese Farbe gänzlich. Zu verhindern,daß die Brühe nicht umschlägt, thun einige römi-schen Alaun hinein, aber die Scharlache, welcheman daraus macht, werden nachgehender alle dun-kelroth.
Die Scharlache, welche man solchergestaltin eben der Brühe, in welcher sie gefärbt worden,dunkelroth machet, haben nie den Glanz wie die-jenigen, welche man aus einer frischen Brühedunkelroth machet. Zuthaten, bey denen gegen-seitig eine der andern Wirkung zerstöret, wirkenviel besser, wenn man eine nach der anderngebraucht.
Wollte man Tücher von verschiedener Be-schaffenheit, oder einen andern Zeug färben, soist das sicherste Mittel, solches zu wägen, und aufjedes IOO Pfund etwa 6 Pfund Weinsteinkry«stallen oder Lremor ll'-artari , 18 Pfund Compo-sttion in die erste Brühe, eben so viel zum Fär-ben, und 6 Pfund und ein Viertel Cochenille so-N z wohl