Buch 
Des Herrn Hellot's ... Färbekunst oder Unterricht Wolle und wollene Zeuge zu färben, nebst Vorschriften zu Prüfungen derselben durchs Absieden / Jean Hellot ; aus dem Französischen übersetzt und mit einer Anweisung zur Seidenfärberey versehen von Abraham Gotthelf Kästner
Entstehung
Seite
201
JPEG-Download
 

Vom CocherM. Scharlache. 20t

und in denen Hülsenfrüchte schwerlich kochen.Wenn man alle diese fremden Materien zu Bo-den zu stürzen, oder durch eine andere Materiezu verzehren weis, so kann man alle Wasser zudieser Art Farbe gleich gut machen. Sind esalkalische Salze, welche zerstöret werden müssen,so thut etwas sauer Wasser diese Wirkung,5 oder 6 Cubicfuß dieser sauern Wasser unter 6c>oder 70 Fuß ander Wasser gegossen, ehe es kocht,treiben diese alkalischen Erden wie einen Schaumin die Höhe, den man leichte von der Brühe ab-schöpft. Ein Leinewandsack voll einer weißenund schleimichtcn Wurzel, z. B. Althe- undSchwarzwurzel, die man in Stückchen geschickt«ten, oder wenn ste trocken ist, gestoßen hat, ver-bessert ebenfalls ein zweifelhaftes Wasser sehrwohl, wenn man den Sack eine halbe oder dreyViertel Stunden im kochenden Wasser halt, auchKlcycn thun, wie ich oben bemerkt habe, ziem-lich gut.

Alles, was ich bisher in diesem Kapitel ge,sagt habe, dienet, diejenigen zu unterrichten,welche sich die nöthige Kenntniß von der Färbe«kunst erwerben wollten; itzo will ich dem Natur-forscher genug zu thun versuchen, und ihm er-zählen, was diese Versuche mich von der so zureden unsichtbarem Mechanik aller dieser Zurich-tungen gclchret haben.

Wenn die Cochenille allein in reinem Wassergekocht wird, so giebt sie eine Cramoisifarbc,welche in Purpur fällt, dieß ist ihre natürlicheFarbe. Man thue welche in ein Glas, und gießeN 5 tropfen.