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Des Herrn Hellot's ... Färbekunst oder Unterricht Wolle und wollene Zeuge zu färben, nebst Vorschriften zu Prüfungen derselben durchs Absieden / Jean Hellot ; aus dem Französischen übersetzt und mit einer Anweisung zur Seidenfärberey versehen von Abraham Gotthelf Kästner
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204
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L04 Vom Cochenille Scharlache.

haben, so sind die färbenden Theilchen darinnenzulänglich eingeklemmt worden, so wie es eineFarbe, die feste seyn soll, erfoderr. (*) Wenndie Luft ihnen in der Folge etwas von ihrer erstenLebhaftigkeit raubet, so ist dieser Verlust nicht anallen Orten gleich, sondern richtet sich nach denfremdartigen Materien, die sich in der Luft be-finden. Auf dem Felde z. E- und besonders aufHöhen, behält ein Scharlachtuch viel länger seinenlebhaften Glanz, als in großen Städten, wourinösische und alkalische Ausdünstungen häufigersind. Der Koth auf dem Lande, der, die großenStraßen ausgenommen, meistens nur Erde mitRegenwasscr vermengt ist, fleckt den Scharlachnicht, wie der Koth in den Städten, wo sichurinösische Materien, und oft, wie in dem Kochzu Paris, viel aufgelöstes Eisen befinden. Manweis schon, daß jedes alkalische Wesen die Wir-kung eines Sauren auf jeder Farbe zerstöret.Wenn man also ein Stück Scharlach in Potaschen-

lauge

(*) Herr L>. L> L. Meuentzahn, erkläret die Entstehungder Scharlachfarbe auf die Weise: daß der Zinnkalch vonder Compofition die Farbentheile der Coccinelle mehrzertheile und von einander treibe, daß sie sich besser anLas zu färbende Zeug anlegen könne, welches letztere durchLas Scheldewasser, und durch, die beym Zinn befindlichen«rsenikalischen Theile bewirket werde; daß letztere hier^zu viel beitragen, bezweifele ich aber mlt Recht, da eSerwiesen ist, wie unbeträchtlich bey einem reinen Zinn derarsenikalische Antheil ist. (Man sehe dessen Untersuchung,«oaS das Zinn zur Scharlachfarbe beytrage, in den Oekv«nomisch- Physikalischen Abhandlungen. Leipzig 1760.l./. Theil S. 79.1r.f-)