Vom Cochenill-Scharlache. 205
lauge kochen läßt, macht man die Farbe anfangsPurpur, und wenn man mit dem Kochen fort-führet , nimmt man sie völlig weg. weil sich ausdiesem feuerbeständigen Alkali und demWeinstcin-crystalle ein Weinstein erzeugt, den das Wasserauflöset, und von den Zwischenräumchcn derWolle lkichr absondert. Alsdenn ist alles, wasdie färbenden Theilchcn befestigte, zerstöret, undsie begeben sich wieder in die Lauge der Salze.
Ich habe verschiedene andere Veränderungender Cochcnillcnfarbe versucht, um einzusehen, wasihr Rothes, mit andern Materien versetzt, undzwar mir solchen, die man ordentlich nicht fürfärbend hält, geben würde. Ich will hier nurdiejenigen anführen, welche mir die sonderbarstenWirkungen gewiesen haben.(*)
Der Zink z. E. in Salpetergeist aufgelöset,macht das Cochenillrorhe zu einem Schiefer-violct.
Das Bleysalz statt der Weinsteinkrystallengebraucht, giebt eine etwas rothe Fliederfarbe,weil sich die Bleyrheilchen mit derCochcnillxFar-berheilchen verbinden.
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(*) Aus der Verbindung der Cochenille mit andern Farbe«substanzen, als: dem Brastlienholze, dcr Chenille, derCurcume, der Erle,irinde, den Galläpfein, der Färber«rökhe, dem Sandelholz, der Scharte ». s w. brachteHerr B- N. Pärnec eine sehr große Reihe von Farbenhervor, die theils auf Tuch, theiiS auf Lattu» anwend-bar waren, welche in dessen schätzbaren chemischen Ver-suchen und Lcmerkungen ;u>n Nutzen der Färbere/,im rcen Theile nachgelesen zu werden gar sehr ver-dienen.