Vom Cramoisr. 2u
Wenn man eine ganze Reihe Schattirungenmachen will, deren Benennungen ganz willkühr-lich sind, verführet man wie beym Scharlache;man nimmt nur halb so viel Cochenille, und fär-bet alle Schattirungen nach der Reihe daraus,laßt immer eine länger als die andere darinnen,und fängt bey der hcllesten an.
Die Schönheit des Cramoist kömmt daraufan, daß er auf 6ris 60 län so sehr als möglichfällt, oder ungemein dunkclroth ist. Ich habeverschiedene Versuche angestellt, den Cramoist zueiner größcrn Vollkommenheit zu bringen, alsdie meisten Färber bis hieher gethan haben, undes ist mir in der That gelungen, ihn so schön zufärben, als den falschen Cramoist, der allezeitviel lebhafter und glänzender, als der festeist.Ich habe nach folgendem Grundsätze gearbeitet:Aus dem vorhin erwähnten ist bekannt, daß diealkalischen Salze die Cochenille dunkclroth machen,und dieß ist der erste Weg, dem ich gefolgt bin.Ich habe Scifenstcdcrlauge, Potaschen, gebrannteWeinhefen versuchet, alle diese Salze bringen inder That den Cramoist zu der verlangten Schat-tirung, aber sie machen auch diese Farben matt,und mindern ihren Glanz. Ich bin darauf ge-fallen, flüchtige alkalische Salze zu brauchen, undhabe gefunden, daß der flüchtige Salmiakgeistsehr gute Wirkung thäte, aber er dünstete augen-blicklich aus, und man müßte eine ansehnlicheMenge in die Brühe thun, welches kostbar fiele.Ich habe also meine Zuflucht zu einem andernHülfsmittel genommen, das mir besser gelungen
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