Buch 
Des Herrn Hellot's ... Färbekunst oder Unterricht Wolle und wollene Zeuge zu färben, nebst Vorschriften zu Prüfungen derselben durchs Absieden / Jean Hellot ; aus dem Französischen übersetzt und mit einer Anweisung zur Seidenfärberey versehen von Abraham Gotthelf Kästner
Entstehung
Seite
216
JPEG-Download
 

?i6 Vom Cramoisi.

Porphyrsieine mit eben so schwer neuem Wein.sieinkrystall klein gerieben. Wie dieses Meng.sel zu einem recht sehr feinen Pulver gewordenwar, habe ich einen Theil davon mit etwas we-nig Alaun kochen lassen, und in dieser kochendenFeuchtigkeit drey Viertelstunden lang eine Probevon weißem Tuche gelassen, welche ich nach Ab-lauf dieser Zeit, sehr schön Cramoisi gefärbt,heraus zog. Dieser Versuch hat mich gelchret,daß, wenn man die Cochenille nur pulvert undsiebt, wie es gewöhnlich ist, aus dieser kostbarren Sache nicht aller mögliche Vortheil gezogenwird. Ich habe mich zu Mittheilung dieser Enrrdeckung für verbunden gehalten, und vermahnedie Färber, welche gelehrig genug'sind, sich siezu nutze zu machen.

Ich nehme z. E. eine Unze auf die gewöhn-liche Art gepulverte und gesiebte Cochenille, ver.menge damit den vierten Theil so schwer sehrweißen schön krystallisirtcn und recht trockenenOemor lartari. Ich thue alles zusammen aufeinen Porphyrstein, oder andern Rcibestcin,(ecaille 6s mer) und reibe dieses Mengscl mireiner eben so harten Keule, bis es zu einem rechtsehr feinen Pulver, das man nicht zwischen denFingern fassen kann, geworden ist. Diese zube-leitete Cochenille brauche ich zum Ansude und zumNöthen, und ziehe von dem Wcinstcinkrystalle,der sonst in die Brühe hätte kommen sollen, soviel ab, als das Wenige, das mit der Cochenilleist vereiniget worden. Was ich davon in dieVrühe zum Rothen thue, schadet dieser Farbe

nicht.