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Des Herrn Hellot's ... Färbekunst oder Unterricht Wolle und wollene Zeuge zu färben, nebst Vorschriften zu Prüfungen derselben durchs Absieden / Jean Hellot ; aus dem Französischen übersetzt und mit einer Anweisung zur Seidenfärberey versehen von Abraham Gotthelf Kästner
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219
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Scharlach vorn Gummilack. 219

Wasser abdünsten lassen müßte, sie trocken zubekommen und zu pulvern.

Ich will nicht alle die Versuche umständlicherzählen, die ich mit geschwächtem Kalkwasser,der Decoction des mittlern Theils vorn Lerchen»schwämme (/zgaric), der Decoction von derWurzel Hohlwurz (^rillolocbia), welche in ei-nem alten geschriebenen Buche der mcdicinischenFacultät zu Paris angepriesen wird, unternom-men habe; das Wasser läßt in der That auf demPapiere, durch welches ich dasselbe durchseihe,einen Theil der in sich genommenen Farbe; aberes geht noch allzu gefärbt durch, und man müßtees abdünsten lassen, alle Farbe zu bekommen,welche Abdünstung ich doch ersparen will. Alsonahm ich meine Zuflucht zu schleimigen Wurzeln,welche für sich keine Farbe gaben, aber mit ihremSchleime die färbenden Thcilchen hielten, daßsie mit ihnen auf dem Papiere beym Durchsei-hen blieben.

Die Wurzel der Wallwurz (6ran6e <üon-1c>u6e),har mir bisher unter allen am besten ge-dicnct. Ich brauche sie trocken und grob gepül»vcrk. und nehme ein halb Gros auf eine PinteWasser, welches ich auf eine gute Viertelstundekochen lasse, darauf durch ein leinen Tuch seihe,und ganz warm auf gcpülvcrtes und durch einHaarsieb gesiebtes Gummilack gieße. Es ziehtsogleich eine schöne Cramoisifarbe heraus. Ichlasse das Gefäße zwölf Stunden lang in einergelinden Wärme stehen, damit sich alles auszie-het, und rühre das Gummi, das auf dem Bo-

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