Scharlach vom Gummilack. 221
alsdenn das, was dicke ist, mehr färbt, als dasfeuchtere.
Ein wohlgerührkes und von seinen Stäbenwohl abgesondertes Gummilack giebt nur ein we-nig mehr als den fünften Theil eines Gewichtstrockene und gepulverte Farbe. Also ist es nachdesselben gegenwärtigem Preiste nicht so vorLheil-haft statt der Cochenille zu brauchen, als sich vielLeute einbilden, aber man kann sich ihrer in derersten Brühe beym Scharlach bedienen, dieseFarbe fester zu machen, als sie ordentlich ist, dieCochenille aber alsdenn zum eigentlichen Färbengebrauchen.
Will man mit der Farbe des Gummilack, nachmeiner Art ausgezogen und gepulvert, Scharlachfärben, so muß man sich einer Vorsichtigkeit, siezu verdünnen, bedienen, welche bey der Cochenilleunnöthig ist. Wenn man sie, wie die Cochenille,in das Wasser, da es am Kochen ist, thäte, sowürden fast drey Viertelstunden ganz vergebensfür den Färber verstreichen, ehe sie vollkommenaufgelöset wäre. Um also geschwinder fortzu-kommen, thue ich so viel von dieser trockenenFarbe, als ich gebrauchen will, in ein großesGefäße von falschen Porcellain, oder von feinemZinn, gieße warmes Wasser darauf, und wennes wohl durchfeuchtet ist, setze ich die nöthigeDostn der Scharlachcomposition hinzu, und rüh.re das Mengsel mir einer gläsernen Keule. DiesesPulver, welches schmuzig dunkel Purpur war,bekömmt, indem es sich auflöset, eine ungemeinlebhaft« feuerrorhe Farbe. Ich gieße die Solu-