Vom polnischen Coccus. 22z
von ihren Bläschen durch ein gelindes Drückenmit dem Aciißcrstcn des Fingers ab, land machenalsdcnn runde Klümpchen daraus; «aber diesesAusdrücken erfordert vicl Geschicklich keu'r und Auf-merksamkeit , sonst löset sich der färbende Saftdurch allzu starkes Drücken auf, und die Purpur-farbe geht verlohren. Die Färber kaufen dieseFarbe, in solche Klümpchen gebrachtviel theu-rer, als wenn sie sich noch in jenen Körnchen be-findet. Bernhard von Bcrnig, aus dessen Ab-handlung ich das bisherige entlehnet habe, setzthinzu: der Großmarschall Komtzpolskr und einigeandere Herren in Polen, welche Ländereyen inder Ukraine hätten, verpachteten die Sammlungdes Coccus mit vielem Vortheile den Juden,und ließen solche durch ihre Unterthanen verrich-ten« Die Türken und Armenier, welche dieseWaare von den Juden kauften, brauchten sie.Wolle, Seide, Haare, und ihrer Pferde Schwän-ze damit zu färben; die türkischen Weiber färbtendas Aeußcre ihrerFinger damit schön incarnat; dieHolländer kauften den Coccus ebenfalls sehr theuer,und brauchten ihn mit der Hälfte Cochenille; mankönne aus der Farbe dieses JnscckS, mir Kreide,ein Lack für Maler machen, das so schön als daKfiorentinifchc würde, und man machte ein schönesMath für das französische und spanische Frauen-'zimmer daraus.
Entweder diese vortrcfliche Eigenschaften sind>allzusehr gepriesen, oder der Coccus, den mawvon Danzig geschickt hat, ist alt und verdorben ge>Wesen. Ich habe niemals andere, als Fliedcr--
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