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Des Herrn Hellot's ... Färbekunst oder Unterricht Wolle und wollene Zeuge zu färben, nebst Vorschriften zu Prüfungen derselben durchs Absieden / Jean Hellot ; aus dem Französischen übersetzt und mit einer Anweisung zur Seidenfärberey versehen von Abraham Gotthelf Kästner
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230
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2ZO Vom Rothen der Färberröthe.

mit zwey Drittheilen, oder drey Viertheilen rö-mischen Alauns zu thun pfleget.

Die schönste Wurzel der Färberröthe kömmtordentlich aus Seeland, wo man diese Pflanzein den Jnsuln Tergons, Zirzcck, Sommerdykund Thaten bauet. Man halt die Rothe aus derersten von diesen Inseln für die beste, das Erdreichist daselbst thonicht, fett und etwas gesalzen. DasErdreich, das man überhaupt zu derselben Baufür das beste hält, ist neues Land, das vordemnur zu Viehweiden gedienet hat, und fast allezeitfrischer oder feuchter ist, als andere. Diejenigen,welche aus Flandern flüchteten, haben den Baudieser Pflanze nach Seeland gebracht.

Man kennt sie in der Handlung und beymFarben unter dem Namen 6arencc? Zrappe, 6a-rencs robee und 6arence non rolree. Alles isteinerley Wurzel, und der ganze Unterschied be-ruhet darauf, daß der Grapp oder die robee ausdem Marke der Wurzel gemacht wird, und dieuon robee nebst diesem Marke auch die Schalenund Würzelgen enthalt, die von der Haupkwurzelausgehen- Beyde werden mit einerley und einereinzigen Arbeit zubereitet, welche ich hier nichtumständlich erzählen will. diesen Aufsatz nicht un-nützlich zu verlängern. Man wählet nämlich dieschönsten Wurzeln für die erste Art, läßt sie mitgewisser Vorsichtigkeit trocknen, mahlt sie, undsondert die Schale auf der Mühle davon ab, dasMittel der gemahlenen Wurzel hebt man in Ton-nen auf, wo man sie zwey bis drey Jahr läßt,weil sie nach dieser Zeit besser zum Färben dienet.