Vom Rothen der Farberröthe. 2zz
Alaun, und eine Unze rothen Weinstein auf je-des Pfund gesponnener Wolle zu nehmen; ichbrauche ohugcfähr ein Zwölfrhcil sauer Wasserin den Sud, und lasse die Wolle zwo guteStunden darinnen kochen; wenn es gewebteWolle ist , so lasse ich sie sieben .bis acht Tage,von der Solution dieser Salze wohl ducchnelzt,stehen, Tuch aber mache ich den vierten Tag fer-tig. Diese Wolle zu färben, richte ich eine frischeBrühe zu, und wenn das Wasser so warm ist,daß man noch die Hand darinne leiden kann, sothue ich ein halb Pfund des schönsten GrappSauf jedes Pfund Wolle hinein, und lasse solchein dem Kessel wohl umrühren und unter einandermengen, ehe ich die Wolle hinein bringe, die ichalsdenn eine Stunde darinnen lasse, ohne dieBrühe kochen zu lassen, weil sonst die Farbematt werden würde. (*) Aber die Farbe fester
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Ich habe bey mehreren Farbesubstanzen des Gewächs-reichs gesunden, daß man viel mehrere und lebhaftereFarben erhält, wenn man die Farbentheilchen nur aufdie Art ausziehet, daß man sie in kochendes Wassereinweichet und etwas stehen läßt, ohne solche zu kochen.— Es beruhet dieses auf einem zweifachen Grunde,einmal wurden durchs Kochen andere Theile des Ge-wächses mir jenem aufgelöset, welche die Farbe ver«schlimmern — hauptsächlich aber liegt die Ursache ander Struktur des färbenden Körpers selbst; ehe steindas kochende Wasser kommen, Hegen die Farbenrheileso einaebüllr, daß sie leicht ausgezogen und an andereKörper gebracht werden können; bleibt dieser färbendeKörper darinne, und wird damit gekocht, so wirddieser nun selbst auf eine solche Art von den Farben-
theilen