2Z4 Vom Rothen der Färberröthe.
zu machen, kann man es gegen das Ende derArbeit vier oder fünf Minuten kochen lassen. Jemehr man Färberröthe kochen läßt, desto mätterwird ihre Farbe, und fällt in Ziegelrokh.
Wollte man Schattirungen mit der Färber-röthe machen, fo würde man sich dabey verhal-ten, wie ich für die andern Farben gclchrct habe;aber diese Schattirungen sind nicht sehr gewöhn-lich, weil die Farbe nicht allzu schön ist. Manbraucht solche nach und nach abfallende Schatti-rungcn nur bey Farben, die aus der Vermisch-ung verschiedener andern entspringen, und beyvielen solchen Farben muß man einen gutenGrund von Färberröthe legen.
Wenn man verschiedene Stücken Tuch aufeinmal mit Färberröthe färben will, so verfah-ret man eben auf diese Art, nur nimmt man dieZuthaten in der angegebenen Verhältniß mehr,wiewohl man doch allezeit bey kleinen Arbeiten
nach
theilen durchdrungen, daß solche auch durch ein heftigesKochen nicht wieder davon gebracht werden können.—Bey verschiedenen Versuchen fand ich fast immer, daß die-jenigen Farbesubstanzen, die ich ausgekocht hatte, vielstärker gefärbt waren, als diejenigen, aus welchen ichdas färbende Wesen nur durch« Einweiche» in den heis-sen Flüssigkeiten ausgezogen hatte. Es würde dem-nach bey verschiedenen Farben nicht wenig zur Schön-heit beytragen, wenn die Einrichtung getroffen werdenkönnte, die färbenden Substanzen nach dem die Far-bentheile durch einen Wärmegrad (200° Fahrenheit)der nahe ans Kochen gränzt, auszuziehen, die unnützenUcberbleibsel aus der Brühe zu schaffen und dann denzu färbenden Körper in die Brühe zir bringen, unddurchs Kochen die gehörige Festigkeit zu geben.