Buch 
Des Herrn Hellot's ... Färbekunst oder Unterricht Wolle und wollene Zeuge zu färben, nebst Vorschriften zu Prüfungen derselben durchs Absieden / Jean Hellot ; aus dem Französischen übersetzt und mit einer Anweisung zur Seidenfärberey versehen von Abraham Gotthelf Kästner
Entstehung
Seite
235
JPEG-Download
 

Vom Rothen der Färberröthe. 2zz

nach Proportion ein wenig mehr Zurhat nehmenmuß, als bey große»/ welches nicht nur vomRothen der Färbcrrölhc, sondern von allen andernFarben gilt.

Diese rothen Farben sind nie so schöne, alsdes Kcrmcs seine, und viel schlechter, als dierothen Farben des Lack und der Cochenille, abersie kosten nicht viel, und daher bedienet man sichihrer zu den gemeinen Zeugen, deren schlechterPreiß eine theurere Farbe nickt verdiente. Diemeisten rothen Farben beym Fußvolke und derReukerey sind ordentlich von der Färberröthe,welche man bisweilen mit Orscille oder Brasili-enholze dunkclroth machet, obgleich diese Farbenfalsch sind, wodurch das Roth schöner und dunk-ler (veloute) wird; diese Vollkommenheit könnteman ihm durch die Cochenille nicht anders, alsmit starker Erhöhung des Preißes, verschaffen.

Ich habe schon gesagt, daß die Färberröthe,welche man auf die Zeuge bringet, ohne solchezu deren Annchmung durch den Alaunsud mitWeinstein vorbereitet zu haben, ihnen in derThat ihre rothe Farbe mittheilet, aber daß dieseFarbe nicht durchaus einförmig ist, und überdießnicht feste hält; die Salze geben ihr die Festig-keit, und dieß hat sie mit allen andern rothenund gelben Farben gemein, die ohne Sud nichtzu machen sind. Es fragt sich nun, ob dieZwisckenräumchcn der Wolle nur dadurch zu un-mittelbarer Annchmung der färbenden Theilchenbereitet werden, daß man vermittelst dieser Salzedas Ueberblcibsel der fetten oder ölichten Ausdün-stungen