S44 Vom Rothen der Farberröthe.
ziemlich einförmige Farbe, in diesem Zustande zübleiben. Um indeß zu erfahren, was der Unter-schied seyn würde, wenn man die Farbe vermehr,te, habe ich es wieder in die Brühe gebracht, undes noch eine Viertelstunde kochen lassen- da ichdenn einen ziemlich lebhaften Purpur erhielt, der,mit dem Alaunsude geprüfet, lebhafter und schö-ner wird, mit der Seife aber gesotten, ein vielschöneres Roth behält, als die ordentlichen Farben-er Färberröthe.
Wenn ich dieses auch viele Tage lang mitseiner Weinstein-und Alaunbrühe befeuchtet lasse,und nachgehende in eine neue Brühe von Farber-röthe, in der sich keine Salze befinden, nach derordentlichen Art färbe, bis es eine lebhafte Zimmet-farbe bekommen hat, und nachgehends in dieseBrühe eben die Wißmuthsolution thue, so bekom-me ich nur eine Castanienfarbe, Und keinen Pur-pur. Dieses zeiget/ wie sorgfältig man in um-ständlicher Beschreibung des Verfahrens beym Fär-ben seyn muß. Aus Mangel c.iner solchen Sorg-falt sind alle Bücher, die man bisher von dieserKunst hat, unnütze gewesen, weil man Umständeweggelassen hat, die noch nothwendig müssenbeobachtet werden, wenn man die verlangte Far-be erhalten will.
Bey diesem zweeeen Versuche hak das Tuchanfänglich zu viel Salze in sich genommen; siehaben sich zu lange darinnen aufgehalten, und inder Färbcbrühe befanden sich keine. Weil also derAlaun fehlte, konnte der Purpur nicht zum Vor-schein kommen, indem sich die weiße Erde dieses
Salzes