V»m Gelben. 251
macht, daß ßch diese gelben Farben dem schönenGelben der Wiede nähern; ist viel Weinstein ge.braucht worden, so fallen sie ins Orange. Endlich,wenn man diese Wurzeln, Schalen oder Blätterallzu lange kochen laßt, wird das Gelbe mättcr,und fällt ins Falbe.
Obgleich viele Färber die lerra menta oderLurcuma beym Schönfärben gebrauchen, welcheaus Ostindien kömmt, und ein Orangegclb giebt,so taugt doch dieser Gebrauch nichte, weil dieFarbe leicht an der Luft verschießt, wenn mansie nicht durch das Mccrsalz feste gemacht hat,wie einige Färber thun, welche aber diesen Kunst-griff wohl geheim zu halten wissen. Diejenigen,die sich ihrer bey dem ordentlichen Scharlache be-dienen, die Cochenille zu ersparen, und ihremZeuge ein lcbhaftiges orangefarbiges Roth zuverschaffen, sind ebenfalls strafbar, weil solcher-gestalt gefärbte Scharlache in weniger Zeit denOrangeglanz vcrlichrcn, wie' ich schon gesagthabe, und an der Luft merklich braun werden.Indeß ist man gewissermaßen genörhigct, dieseVerfälschung zu dulden, weil man zu einer Zeit,da dieser Orangeglanz Mode ist, ihn dem Schar-lache ohnmöglich geben kann, ohne mehr Compo-
sition
zen eine große Anzahl giebt, die nach gehöriger Vor-bereitung eine eben so dauerhafte Farbe als die obenge-nannten geben — Man findet solche in dessen Ver-suchen mit einheimischen Farbematerien zum Nutzen derFärberey. Altenburg 1775-