256 Vom Falben.
gen bekommen sollen, und fähret so fort, bisdie Wurzel nicht mehr färbet. Bey gesponnenerWolle fängt man allemal mit dem hellsten an,um die Schattirungen besser in der Ordnung zubekommen, wie ich bey den andern Farben erin-nert habe; besonders aber ist man sorgfältig, dieBrühe nicht so zr^rhitzen, daß sie gleich anfangskocht, sonst würde die Wurzel ihre Farbe alledem ersten Zeuge geben, und nicht genug fürdie andern bleiben.
Die Art, die Wolle mit der Wurzel zu fär-ben, ist nicht allzu leichte, denn wenn man aufden Grad der Wärme nicht recht aufmerksam ist,und die Wolle und Zeuge sorgfältig herum füh-ret , so daß sie überall gleich in den Kessel ge-raucht werden, so läuft man Gefahr, sie zu dunkelzu färben, oder Flecken hinein zu machen, welchensich nachgehends nicht abhelfen läßt- Das einzige,was man alsdenn thun kann, ist, sie Lalbameit-braui», wie gedörrte Pflaumen (pruneau),oder Eaffee, zu färben, wie ich bey der Ab-handlung der Farben und'Schattirun'gcn, welcheaus Vermischung des Falben und Schwarzen ent-springen ,sagen werde. Diese Unbequemlichkei-ten zu vermeiden, muß man die Zeuge beständigauf der Welle herumdrehen, und sie aucss nurStück vor Stück hinein thun, vor allem aberdie Brühe nicht kochen lassen, als bis die Wur.zel keine Farbe mehr giebt, oder bis man allesvöllig ausziehen will. Wenn die Zeuge oderWollen solchergestalt gefärbet und gelüftet sind,
bringt