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182 ERSTER ABSCHNITT. DIE DIOPTRIE DES AUGES. §. IG.
Wenn der Beobachter den Spiegel und die Linse frei in der Hand hält, wird es natür-lich nicht möglich sein, die Entfernungen dieser Theile, die der Rechnung zu Grunde gelegtsind, genau cinzuhalten, und man wird auch hei ziemlich grossen Abweichungen davon nochgute Bilder erhalten; dennoch ist es aber wohl für den Beobachter vortheilhaft, die bestenBedingungen für die Haltung seines Instruments zu kennen.
Wenn mit einem durchbohrten Spiegel und einem Coneavglase beobachtet werdensoll, sind die Verhältnisse ungünstiger. In Fig. 96 ist wieder A das beobachtete,
H das beobachtende Auge, S der Spiegel. Sollder Netzhautpunkt o beobachtet werden, so mussein Theil des von ihm ausgehenden Strahlen-kegels in das Auge des Beobachters fallen, wirwollen diesen Theil a nennen, ein anderer Theil(1 — a) von dem Spiegel nach dem Lichtereflectirt werden. Ist also II die normaleHelligkeit der Netzhautstelle a, so wird unterdiesen Umständen nach Nr. V dieses ParagraphenII ■ ( I —a) ihre wirkliche Helligkeit sein. Es seiwie früher J der Flächeninhalt der scheinbarenPupille des beobachteten Auges A, II ebenderselbe von ß, g die Entfernung derbeiden scheinbaren Pupillen von einander, und h die Accommodationsdistanz desAuges A, so ist der Querschnitt des Theils des Strahlenbündels, der in das Augedes Beobachters fällt,
Fig. 96.
a./
h 1
Dieser Querschnitt wird in der Regel kleiner sein als II.für den Beobachter wird dann
II ■
a (I — a)
■f- (h — g ) 2
Rh 2
Die scheinbare Helligkeit
Die Grösse a (1 — a) erreicht ihr Maximum, wenn a= 1 /. 1 , sie wird alsdann gleich l / 4 .Die vortheilhafteste Anordnung in Bezug auf Helligkeit wird also die sein, wo dieHälfte des Strahlenkegels in das Auge des Beobachters fällt, die Hälfte zurück-geworfen ward. Man erreicht dann die Helligkeit
(h-f/) 2
/ 4 ■
Rh 2
Um ein möglichst grosses Feld in dem beobachteten Auge zu beleuchten, wendeman eine grosse und nahestehende Lampenflamme an, oder wenn dies nicht zu-reicht, kann man bei L eine Sammellinse anbringen. Entwirft diese ein Bild derFlamme, welches die Pupille ganz deckt, so wird im Auge A das ganze Zerstreuungs-bild der Linse L beleuchtet.
Für die Beobachtung mit Convexlinsen würde die Beleuchtung mit unbelegtenGlasplatten nur V 4 der Helligkeit geben, welche man mit durchbohrten undurchsichtigenSpiegeln erreichen kann. Dagegen kann diese Beleuchtung bei der Beobachtung mitConcavlinsen unter Umständen mit Vortheil angewendet werden.
Man stelle sich nämlich in Fig. 96 den Spiegel S S vor als nicht durchbohrtund unbelegt, bestehend aus einer oder mehreren über einander gelegten Glasplatten.Es werde von jedem Lichtstrahl, der auf den Spiegel fällt, der Theil a durebge-lassen, der Theil (I — a) zurückgeworfen. Ist H die normale Helligkeit der Netz-hautstclle a, bei direct einfallendem Lichte, so giebt das von dem Spiegel rellectirtc