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G Von der Figur der Erde und des Himmels. I1TI
wir die wahre Bewegung in der groſſen Natur nicht mit Leichtig-
keit entdecken, ehe wir ſie naͤher kennen.
Dieſer einfaͤltige Begriff von den Sternen, welchen wir
jezt erklaͤret haben, war der Anfang der Aſtronomie, und ob er
gleich unrichtig iſt, ſo hat man dadurch doch die wahre Figur derErde ausmachen koͤnnen. In ſelbiger Abſicht iſt er hier jezt an-gefuͤhret, und kann uns dienen, dieſelbe beſſer zu begreifen.
Wenn wir finden, daß der Himmel eine Sphaͤre ſey, ſokann uns leicht der Gedanke einfallen, daß die Erde gleichfallseine ſphaͤriſche Geſtalt habe. Vielleicht hat der Schoͤpfer mitder uns vor Augenliegenden Geſtalt des Himmels uns lehrenwollen, daß die Figur der Erde kugelfoͤrmig ſey. Aber dieſeWahrheit haben die Naturkundige nur ſpaͤt begriffen; und esſcheinet, daß ſowohl bey Ungelehrten als Gelehrten alle Irrthuͤ-
mer haben vorhergehen muͤſſen, ehe eine richtige Kaͤnntniß da-
von erhalten werden koͤnnen.In aͤltern Zeiten haben einige gelehrt, daß die Erde einem
Schifferboot gleich ſey, welcher Sat nach Diodor Sic. bey den
Chaldaͤern im Gange war(e). Er wird auch dem Heraclitus,aber ungewiß, beygeleget(†). Einige haben behauptet, dieErde ſey eine Pyramide; andre ſie ſey ein Wuͤrfel oder einequadratfoͤrmige Figur(g). Leucipp verglich ſie mit einer Glo-cke und Democrit mit einer Schuͤſſel(h). Anaximanderſoll gelehret haben, daß die Figur der Erde eine Ebene ſey(i).
Man kann ſich uͤber dieſe ungereimte Verſchiedenheit der Philoſo-
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phen wundern. Vielleicht haben die hiſtoriſchen Schriftſteller ausUnwiſſenheit in der Nötaa,te Saͤtze unrichtig aufgeſchrieben,2 und
(e) B. 2. C. g.(h) Diogenes Laertius.(†) Diogenes Laertius.(i) ebendaſ.2 Cleomedes de mundo L. 1-