Band 
II.ter Theil.
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Erſtes Capitel

den Hoͤhen gleich groß waren. Wenn man 10 x ſchwed. Meilennach Suͤden reiſete, erſchienen die ſuͤdlichen Sterne einen Gradhoͤher, als vorher, und die Sterne an der nordlichen Seite einenGrad niedriger. Reiſete man in ſebiger Richtung etwa 21 Mei-len, ſo betrug der Unterſchied zween Grade u. ſ. w. Eben das

geſchahe umgekehrt, wenn man gegen Norden reiſete. DieSternkundige und Geometer wandten hierauf ihre Aufmerkſam-

keit, und ſiengen an zu glauben, daß die Erde eine gleichfoͤrmigeRundung habe..

Hiebey kamen noch andre Erſcheinungen zu ſtatten. Diegantze Welt war in aͤltern Zeiten auf die Finſterniſſe aufmerkſam;ſie erregten allgemeine Furcht und Schrecken, und wurden weit-reiſenden erzaͤhlet oder von ihnen bey ihrer Heimkunft berichtet.Auf ſolche Art gelangten die Alten zur Vergleichung der Beobach-kungen von verſchiedenen Orten. Dadurch fand man, daß ſichdie Finſterniſſe an verſchiedenen Orten zu verſchiedenen Tagesſtun-

den zugetragen, vor Mittage an einem Orte, zu Mittage an ei-

nem andern und am dritten nach Mittage. Man bemerkte wei-

ter, daß der Unterſcheid in den Zeiten ſich gleichſam nach den 1

Entfernungen richtete, ſo viel man ſehen konnte, wenn mehrereOerter in einerley Richtung lagen. Die Naturkundige ſchloſſendaraus, daß die Erde gleichfoͤrmig rund ſeyn muͤſte, wenn dieFigur der Erde dieſe Ungleichheiten in den beobachteten Zeitender Finſterniſſe verurſachen ſollte. 1

Die Sternkundige gebrauchten nicht mehr Muͤhe, zu be-greifen, daß die ebene Figur der Erde mit den angefuͤhrten Er-ſcheinungen nicht beſtehen koͤnne, ſie lieſſen allen Gedanken davonfahren, und ſuchten aus einigen Gruͤnden bey der Erde eine ku-gelfoͤrmige Figur anzunehmen. Sie fanden, daß der Mond die

Sonnenfinſterniſſe verurſachte, daß die Erde den Mond verfin-ſterrte, und ſahen allezeit, daß der Erdſchatten auf dem Monde

rund

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