Band 
II.ter Theil.
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Von der wahren Figur der Erde. 30ſamer gieng als zu Paris, und bey ſeiner Heimkunft fand er, daß

ſie zu Paris geſchwinder gieng als zu Cajenne. Dieſer doppelte

Verſuch bewies, daß die Schwere der Pendulkugel zu Cajenne

geringer geweſen als zu Paris, oder das die Schwere vom Pole

gegen den Aequator zu abnehme. Es giebt alſo auf der ErdeCentrifugalkraͤfte, und dieſe uͤberzeugen uns von der Umdrehungder Erde um die Are. Nach Richers Zeit ſind hieruͤber vielfaͤl-

tige Verſuche angeſtellet worden, und dieſe bezeugen daſſelbe.

Neywton und Huygens begnuͤgten ſich nicht mit dieſemSchlußſatze, als ſie von Richers Verſuch Nachricht erhielten.Sie bewieſen daraus, daß die Erde bey dem Aequator erhoͤhetſey, oder daß der Durchmeſſer des Aequators groͤſſer ſey, als dieErdaxe. Ihr Grund war folgender: Wenn PEpe(Fig. 11.)die Erde vorſtellet und PORE iſt eine mit Waſſer angefuͤllte Roͤh-re, CP= OCE; ſo iſt das Waſſer im Gleichgewicht, wenn dieErde ſich nicht umdrehet: Aber wenn die Erde anfaͤngt ſich umPp zu drehen, ſo wird die Centrifugalkraft die Schwere desWaſſers in CE verringern, und das Waſſer in PC erhaͤlt dasUebergewicht; dadurch muß das Waſſer in CE gegen G zu ge-druckt werden, ſo daß PO kuͤrzer und CE verlaͤngert wird, oderman muß die Roͤhre bis G verlaͤngern, und mehr Waſſer hineingieſſen, damit das Gleichgewicht erhalten werden moͤge. Aufgleiche Art muß man fuͤr jede Roͤhre PDF in einer Kugel ſchlieſ-ſen, die im Gleichgewicht iſt, ehe die Roͤhre ſich umzudrehen an-

faͤngt. Wenn naͤmlich nach dem Anfange der Umdrehung das

Gleichgewicht erhalten werden ſoll, ſo muß die Sphaͤre in denParallelen mehr und mehr bis zum Aequator erhoͤhet werden.Kurz, in dem Pendulverſuch haben wir einen Beweis, daß die

Erde ſich um die Axe drehet, und daß die Figur der Erde an demAequator erhoͤhet ſeyn muß, um das Waſſer auf der Erdkugel imGleichgewicht zu erhalten: das iſt, daß die Axe der Erde klei-ner iſt, als der Durchmeſſer des Aequgtors. 1“

§. 16,