Band 
II.ter Theil.
Seite
238
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238 Siebentes Capitel.

Fortruͤcken, welches ſowohl von der Sonne als dem Monde ent-ſpringet, nicht beſtaͤndig einerley oder gleichfoͤrmig iſt, und daßdaher beſonders durch die groſſe Veraͤnderung des Mondes in derAbweichung eine Ungleichheit in der Neigung des Aequators ge-gen die Eccliptik entſtehen werde, welche allgemein unter demNahmen der Schwankung der Erdachſe bekannt iſt. Hiermuͤſſen wir gleichwohl bekennen, daß dieſe Materie vielen Tiefſinnerfordere, ſo daß die groͤßten Geometer alle ihre Staͤrke daraufangewandt haben, und doch nicht ſo weit gekommen ſind, dabey

alles in Reine zu bringen.

Wegen der beſchriebenen Bewegung des Erdaequators oderdes Fortruͤckens der Nachtgleichen und der Schwankung der Erd-avxe muͤſſen wir eine Veraͤnderung in der Laͤnge der Sterne abernicht in ihrer Breite beobachten. Denn der Anfang der Laͤngenruͤckt weiter fort, aber die Ebene der Eccliptik iſt unveraͤnderlich-Die grade Aufſteigungen und Abweichungen der Sterne werdenzugleich ſowohl durch das Fortruͤcken der Nachtgleichen als dasSchwanken der Erdarxe veraͤndert, ſo daß die Aſtronomen Schwu-rigkeit genug haben, den rechten Ort und Stelle der Sterne aus-zumachen.“. Aber mit dem bisher angefuͤhrten iſt die Veraͤnderung inder ſcheinbaren Lage der Sterne noch nicht ganz erſchoͤpfet. Esgiebt noch mehr Veraͤnderungen, die zum Theil von den Aſtrono-men noch nicht erforſcht ſind- Sie haben bey einigen Sternengefunden, daß ihre Breiten verruͤckt werden oder nicht beſtaͤndigzu ſeyn ſcheinen. Dies kann von einer Veraͤnderung herrüͤhren,

welche, wie wir wiſſen, die Ehene der Eccliptik unterworfen ſehn

muß, aber die noch nicht aufs genaueſte ausgerechnet iſt; oderdaher, daß die Erdbahn mit unſerm ganzen Planetenſyſtem nacheiner gewiſſen Richtung fortgehet; oder auch von einer wuͤrklichenBewegung ſolcher Firſterne. Es wird noch faſt mit jedem dg8