268 Siebentes 1 Capitel.
Bey Betrachtung der Parallaren muß nicht vergeſſen werdenn).
daß die Sterne, welche ihren Abſtand veraͤndern, bey kleinernAbſtaͤnden einen groͤſſern ſcheinbaren Durchmeſſer haben und beygroͤſſerm Abſtande einen kleinern(§. 31). Aufferdem iſt der Si-
nus der horizontalen Mondparallare zum Halbmeſſer wie der Erd-
gequatorhalbmeſſer zum Abſtande des Mistelpuncts des Mondesvom Mittelpuncte der Erde, daher muß der Sinus der horizon-
talen Mondparallaxe ſich zum Sinus des ſcheinbaren Mondhalb⸗*meſſers verhalten, wie der Halbmeſſer des Erdaequators zum
Halbmeſſer des Mondes, alſo in einem beſtaͤndig gleichen Ver-haͤltniſſe ſtehen. Dies iſt eine in der Sternkunde ſehr nuͤtzlicheRegel ſowohl bey Beobachtungen, welche fuͤr den Mond angeſtel-
let werden, als auch bey deren Berechnung. Hiezu kommt nocheine andre, welche die ſcheinbaren Veraͤnderungen des Mond-
halbmeſſers fuͤr ſeine verſchiedene Hoͤhen uͤber den Horizont be⸗ 6ſtimmt. Es ſey(Fig. 8 1) UK die Verticallinie eines Orts,UI. der Horizont, und ZRI., ZRl der Abſtand des Mondes
vom Zenith 2; Man nenne R und r die ſcheinbaren Halbmeſſer
des Mondes in L und], und ziehe durch L den Circut LIZ, ſoiſt ſin⸗:ſin K= UL.: UI,;(§. 31.) aber es iſt UL.: UR=fin ZRL.: im ULR, und UR:UI= fin U!R: ſin ZR 3 1⸗sUL.; UI= ſin 2RI. 2 lin UH: ſin UILR 8 fin ZR3 daber ſinxfin R= ſin ZRL a fin UM: Im UIR2 ſin 7R/— ſin ZRIL.
ſn2l: ſin RL ſin2UL; denn es iſt ſin 7Ul: ſin 2UI.
bin UR: ſin UER= In 2U: Rad, das iſt, die Sinus der ſchein-
baren Mondhalbmeſſer in! und L ſind in zuſammengeſetzten Ver-
haͤltniſſe der Sinus der ſcheinbaren Abſtaͤnde von Z in U und R.Die Aſtronomen haben bisher den ſcheinbaren Mondhalbmeſſer inC an der Stelle fuͤr U gebraucht, aber der leztere iſt gegen 5Se-eunde groͤfſer als der erſte. Es iſteſolches geſchehen die Rechnungzu erleichtern und wuͤrde fin2 RlL.= ſin Z0I.= Rad. geben; daherEin?: EaR= ſin 2Ul:fin Rl. ſeyn wuͤrde.“
§. 64