Band 
II.ter Theil.
Seite
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“ Achtes Capitel.

durch einen Mittagskreis zu gehen, beruhet der Ueberſchuß desSonnentages uͤber den Sterntag. Dieſer Ueberſchuß wuͤrde ſichaber wie die eaͤnge der Bogen verhalten, wenn die Ebene des Ae-

quators mit der Eccliptik zuſammenſiele; und wenn dieſe Ebenen

eine Neigung gegen einander haben, ſo werden die Unterſcheide

der graden Aufſteigungen der Endpuncte der erwaͤhnten Bogenſich wie der Ueberſchuß der Sonnentage verhalten; dieſe Unter-

ſcheide der graden Aufſteigungen ſind fuͤr gleiche Bogen der Ec-eliptik an den Nachtgleichungspuncten kleiner und an den Son-

nenwendepuncten groͤſſer; alſo beruhet die Zeitgleichung zuerſt

auf die ſcheinbare Geſchwindigkeit der Sonne, und fuͤrs zweyteauf die Groͤſſe der Unterſcheide der graden Aufſteigungen, welche

den von der Sonne beſchriebenen Bogen zukommt. Beyde Ur-

ſachen ſtimmen zuweilen zuſqmmen die Sonnentage zu verlaͤngenoder auch ſie zu verkuͤrzen; zuweilen aber verlaͤngert ſie die eineund die andre verkuͤrzet ſie.Aus dieſen angefuͤhrten Urſachen machen die Sternkundigeeinen Unterſcheid zwiſchen der ſcheinbaren oder wahren und dermittlern Zeit. Erſtere iſt die allgemein gebraͤuchliche, und

wird von einer Mitternacht zur andern durch zween mahl zwoͤf

Stunden gezaͤhlet(b); leztere wird bey allen aſtronomiſchen Un-terſuchungen gebraucht und wird von den Aſtronomen vermittelſteiner Tabelle, welche die Zeitgleichung anzeigt, auf die ſcheinba-re oder wahre Zeit zuruͤckgefuͤhret. Zu dem Ende nimmt man

in der Sternkunde an, daß eine mittlere Sonne in dem Aequa-

tor mit einer gleichfoͤrmigen Bewegung gehet, die der mittlern

Bewegung der Erde gleich iſt§. 32), und daß dieſe mittlere Son-8 ne

(d) Die Babylonier zaͤhleten vor und eben ſolches iſt bey den Aſtro-dieſem 24 Stunden in eins fort. So nomen allgemein gebraͤnchlich.machen es die Italiaͤner noch jezt,.

genannt wird; denn auf die Zeit, welche dieſer Bogen gebraucht,