284 Achtes Capitel.
wollten die folgenden Kaiſer nachahmen, aber es geſchahe ſolchesnach ihren Tode nicht, ſondern Caͤſar und Auguſtus haben alleindie Ehre, daß ſie ganze Monathe nach ſich genannt haben.
Das von Numa angefuͤhrte Jahr iſt einem Mondjahr ſehrnahe, denn er ließ es aus 355 Tagen beſtehen und zwoͤlf Lunatio-nen machen 354 Tage 8 St. 48/ 367. Aber ſeine uͤbrige Einrich-tung trifft mit einem gut eingerichteten Mondjahr nicht gut zuſam-men. Numa ließ nach des Romulus Verordnung dem Maͤrz,May, Quintilis und October 31 Tage, und gab den uͤbrigen 29Tage, den Februar ausgenommen, der aus 28 Tagen beſtand.Auſſerdem ließ Numa eine Periode von§ Jahren annehmen, dar-in das erſte, dritte, fuͤnfte und ſiebente von 355 Tagen, das zwei-te und vierte von 377 Tagen und das achte 378 Tage waren. Da-durch wurden ſeine 8Jahre um 8 T. 1 St. 29/ 28“ laͤnger als 8Sonnenjahre. Dieſe Einrichtung vom Numa ward nach ſeinem
Tode nicht befolgt, ſondern die Prieſter, welche jedes zweyte
Jahr beſorgen ſollten, daß dieſe Tage zugeſetzt wuͤrden, verſaͤu-meten ſolche Einſchaltung, wenn ſolches ihre Abſichten befoͤrdernkonnte, und vermehreten die Anzahl der Tage in andern Jahren,um ſolche Magiſtratsperſonen, die ſie liebten und die alle Jahrabgewechſelt wurden, laͤnger zu behalten. Einige haben auchaus Unwiſſenheit und Aberglauben dabey gefehlet. Beſonderswar Unwiſſenheit in der Aſtronomie an der Unordnung ſchuld, dieJulius Caͤſar in der Jahrrechnung fand, als er Oberprieſter war,und daruͤber verordnen ſollte. Er lernte von Soſigenes, einemAſtronomen und Prieſter in Alexandrien, das die rechte Groͤſſedes Jahrs 365 Tage ſehr nahe enthielte, und wie er das roͤmiſcheJahr zu ſeinen rechten Anfang, denjenigen naͤmlich, den es zu
Numa Zeit gehabt, bringen koͤnnte. Nach ſolcher Anleitung 1
verordnete Caͤſar ein Jahr von 445 Tagen, welches das Verwir-rungsjahr genannt wird. Dies iſt das a6ſte Jahr vor“ Gebur