Band 
II.ter Theil.
Seite
342
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3443 Sehntes Capitel.

auch bedenket, daß die Beobachtungen, die Halley gebraucht hat,ſeine Declinationscharte zu zeichnen, nicht gleichzeitig geweſen,und daß viele Verſuche, welche mit ungleichen Compaſſen an einerund eben derſelben Stelle gemacht werden, nicht uͤbereinſtimmen,

theils wegen Ungeſchicklichkeit und Unwiſſenheit der Beohachter,

theils wegen Untauglichkeit der Inſtrumente, und wenn man end-lich die wider Wiſſen und Willen der Beobachter eingeſchlicheneFehler erwaͤget, ſo iſt die noch uͤbrige Ungleichheit von keiner Be-deutung. Ja es gebraucht hiezu nichts weiter, als daß manvon gleichen Fehlweiſungen vieler Nadeln nie verſichert ſeyn kann,wenn ſie gleich aus einer Hand kommen und mit gleichem Fleiſſeund Genauigkeit verfertiget ſind.

Wenn ich hier behaupte, daß man nach Halleys Gedan-ken die Erde nicht als einen doppelten Magneten, ſondern nurals einen einfachen mit zween Polen annehmen ſoll, ſo ſehe ich die-ſen Satz als den wahrſcheinlichſten, aber nicht als voͤllig bewieſenan. Wenn Eulers Hypotheſen in dieſer Theorie vollkommen ge-wiß waͤren, ſo haͤtte man das Problem von der Fehlweiſung alsaufgeloͤſet oder abgemacht anſehen koͤnnen, aber er hat ſelbſt ſeit-dem die Unrichtigkeit der angenommenen Hypotheſen entdeckt(b)und muß die Sache bis weiter unabgemacht laſſen. In ſolchen

Umſtaͤnden iſt es am ſicherſten, die Natur ſelbſt in den hieruͤberanzuſtellenden Uncerſuchungen zu Rathe zu ziehen, und deswegenmuß man die magnetiſche Wuͤrkung der Erde aus der Verglei-chung mit magnetiſchen Coͤrpern ſchluͤſſen. Wir ſind freylichnoch nicht weit damit gekommen, aber wir muͤſſen doch die weni-gen Grundwahrheiten nicht auſſer Acht laſſen, die durch die Er-fahrung ſchon erfunden zu ſeyn ſcheinen. Zu ſolchen rechne ich,daß jeder Magnet ſeine Wuͤrkung in der Ebene ausuͤbe, 9durch

(b) Mem, de pacad. de Berlin 1766.

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