98 IJncli 11. Kap. 1. §. IG.
alles, deswegen handelt alles, was seiner Natur nach handelt.Vermögen sie nun nicht fortdauernd am Ewigen und GöttlichenTheil zu nehmen, weil Sterbliche unmöglich der Zahl nach einsund dasselbe bleiben können: so nimmt ein jegliches Theil daran,so viel es vermag, dieses mehr, jenes weniger, und bleibt zwar Inicht dasselbe, doch gleich als wie dasselbe, nicht eins der Zahl,doch der Art nach.
15. Dieselbe Kraft der Seele ist die ernährende und die :erzeugende. '
IG. Sei es Pflanze, sei es Thier, dasselbe waltet in allen,das Ernährende. Dasselbe ist aber das seinesgleichen Erzeugende.Denn das ist das Werk jedes seiner Natur nach voll Ausgebildeten,sowohl der Thiere, wie der Pflanzen.
17. Vom Empfindenden unterscheidet sich das Ernährendein den Pflanzen.
18. Dass das Thier, sofern es Thier ist, nicht lebe, ist un-möglich; dass aber etwas, sofern es lebt, auch Thier sei, ist nichtnothwendig; denn die Pflanzen leben, und haben keine Empfindung. jDurch die Empfindung unterscheiden wir Thier und Nichtthier.
19. Die Pflanzen leben offenbar, ohne des Triebes {ifoyäc,das heisst der Ortsbewegung: vergl. die Anmerkung zu Nr. 13)oder der Empfindung theilhaft zu sein.
20. Nicht die ganze Seele noch alle Tlieile derselben sindPrincip der Bewegung; sondern das der Zunahme, wie auch beiden Pflanzen, ist das Empfindende, das des Triebes (ffoyctJ) wiederetwas anderes, und nicht das Denkende a ).
13) De anima 77, cap. 4. ]>ag. 415 a.
JO) De yenerat. animal. IJ, cap. 1, pag. 735a.
17) De anima JI y cap. 3. pag. 415 a.
18) De juvent. et senect. cap. 1. pag. 407 b.
19) De anima 7, cap. 5. pag. 410 b.
20) De partib. animal. 7, cap. 1. pag. 011 b.
a) V immer giebt nur die erste Hälfte dieses Satzes. Da ich ihn nichtübergehen zu dürfen glaubte, gab ich ihn vollständig, damit sich seine Ver-dorbenheit vollständig erkennen Hesse. Denn wir wissen ja aus den vorher-
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