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Buch II. Kap. 1. §. Iß.
genannten Theily der Seele fest gestellt ist, dass nämlich der er-nährende von den andern verschieden, ohne ihn aber keiner derandern ist, ergießt sich, warum bei denjenigen Lebendigen, denennur Zu- und Abnahme zukommt, wie bei den Bilanzen, wederSchlaf noch Wachen waltet. Sie haben nicht den empfindendenTheil (der Seele), weder theilbar noch untheilbar; — denn derM ögliehkeit und dem Sein nach ist er theilbar. Nicht minderergießt sich daraus, warum kein Lebendiges ist, was immer schläftoder immer wacht, sondern diese Erleidungen beide mit einanderhei denselben Thieren walten.
31. Eine Schwierigkeit beim Schlafen und Wachen hat derenerste Entstehung, die Frage, ob bei den Thieren das Wachen oderder Schlaf zuerst walte. Denn daraus, dass sie mit zunehmendemAlter wachsamer werden, möchte man auf letzteres scldiessen, dassnämlich bei ihrer ersten Entstehung der Schlaf walte; eben sodaraus, dass der Uebergang vom Nichtsein zum Sein durch denMittelzustand geschehen muss. Der Schlaf scheint aber zwischender Natur des Lebens und Nichtlebens die Mitte zu halten, undder Schlafende weder völlig zu sein noch völlig nicht zu sein.Denn im Wachen waltet das Leben vornehmlich wesen der Ein-
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pfindung. Wenn aber auch das Thier nothwendig Empfindunghaben muss, und gewissermassen mit dem Eintritt derselben erstThier wird: so darf man gleichwohl den anfänglichen Zustandnicht Schlaf, sondern nur schlafartig nennen, gleich wie den,welcher der Gattung der Pflanzen zukommt. Denn wirklich führendie Thiere um jene Zeit ein Pflanzenleben. Dass aber der Schlafauch bei den Pflanzen walte, ist unmöglich; denn ohne Erwachengiebt es keinen Schlaf, und jener dem Schlaf vergleichbare Zu-stand der Pflanzen ist unerweckbar.
31) De generat. animal. T~, cap. 1. pag. 77S b.