Band 
Erster Band.
Seite
103
JPEG-Download
 

Buch II. Kap. 1. §. 10.

103

IV. Von der eignen Warme der Pflanzen und dcrenII a u p t w i r k u n g c n.

32. Da alles Lebendige eine Seele hat, und diese, wie gesagt,ohne natürliche Wärme nicht waltet, so haben die Pflanzen inder Nahrung und in dem Umgebenden ein angemessenes Mittelihre natürliche Wärme zu regeln.

33. Nachdem wir vier Ursachen der Elemente unterschiedenhaben, wobei sich ergab, dass aus der paarigen Verbindung der-selben die vier Elemente sind, und zwar zwei active, die Wärmeund die Kälte, und zwei passive, die Trockne und die Feuchte“):

32) De juvent. et senect. cap. 0. pap. 470 a.

33) Meleoror. IV, cap. 1. pap. 37Üb.

a) Den Ausdruck Elemente (gtoi/iTc) gebraucht Aristoteles in zwiefacherBedeutung. Oft versteht er darunter, dem altern Sprachgebrauch oder viel-mehr den frühem philosophischen Systemen gemäss, die vier damals unter-schiedenen Ilauptfonnen der Materie, Feuer Wasser Luft und Erde, oder,wie einige Xeurere muthmassen, das was wir Aggregatzustände zu nennenpflegen, das Feste (Erde ) tropfbar Flüssige (Wasser) elastisch Flüssige (Luft)nebst dem Inponderablen (Feuer). Oft aber auch, und namentlich da, woer diesen Gegenstand systematisch behandelt (de penerat. et corm/it. II, cap. I — Ü,besonders 3), bezeichnet er als Elemente ausdrücklich die vier Frineipiendes Warmen Kalten Trocknen und Feuchten, aus deren combinirter W irkungauf die an sich bestimmungslose Materie er jene vier einfachen Körper(«a/.fi atouaut), wie er sie hier nennt, auf folgende Art sich entwickeln lässt.Da unter Vieren nur sechs paarweise Verbindungen möglich sind. das ein-ander Entgegengesetzte, wie Wärme und Kälte, Trockne und Feuchte, sichaber nicht verbinden kann, weil es einander aufhebt, so bleiben nur vierVerbindungen übrig, und diese sind:

1) die des Warmen und Trocknen = Feuer,

2) die des Warmen und Feuchten = Luft,

3) die des Kalten und Feuchten = Wasser,

4) die des Kalten und Trocknen = Erde.

Dabei lässt er aber in jedem der vier einfachen Körper eins der beiden inihm verbundenen Frineipien vorwalten, im Feuer das Warme, in der Luftdas Feuchte, im Wasser das Kalte, in der Erde das Trockne. Und hierauserklärt sich, wie er später nicht selten an Stellen, wo der Zusammenhangkein Missverständniss befürchten lässt, jene vier principiellen Elemente und